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14 Millionen Euro für Sanierung

Konzept für Umbau des Altenzentrums 14 Millionen Euro für Sanierung

Diesen Mittwoch legt OB Vaupel Zahlen für die Sanierung und die Umsetzung eines Konzepts für das Seniorenheim am Richtsberg vor, das als „Marburger Modell“ Vorbild in der Branche haben soll.

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Das Seniorenheim in der Sudetenstraße soll umgebaut werden.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Konzepte, Gutachten, Debatten gab es etliche: Seit fast zehn Jahren befassen sich die Stadtverordneten mit der Neuausrichtung der Marburger Altenhilfe St. Jakob und des in den 70ern errichteten Altenzentrums am Richtsberg.

Zwischenzeitlich war das Thema vor mehreren Jahren zum Zankapfel der rot-grünen Koalition geworden und hatte zu einer Zerreißprobe geführt. Doch jetzt, kurz vor seinem Ausscheiden aus dem Amt, legt Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD), der vor drei Jahren das Dezernat von Stadträtin Dr. Kerstin Weinbach (SPD) übernommen hatte, ein Konzept zur Umsetzung der Modernisierungs-Vorhaben für das Haus Sudetenstraße 24 vor.

Vaupel erklärt im OP-Gespräch, dass er in den vergangenen drei Jahren viel Arbeit in die Neuausrichtung der Altenhilfe investiert habe. „Ich bin daher jetzt erleichtert, dass ich ein Eckpunktepapier vorstellen kann.“ Der Entwurf wird diesen Mittwoch im Sozialausschuss vorgestellt.

Fakt sei, dass das jetzige Altenheim-Gebäude nicht abgerissen werden müsse, sondern saniert werden könne und dies finanziell umsetzbar sei. Die reinen Baukosten betragen nach jetzigem Stand 14 Millionen Euro. Bei der Kostenberechnung des Architekturbüros Artec handele es sich um eine Schätzung – Steigerungen bis 15 Prozent seien möglich, heißt es.

Studenten und Senioren unter einem Dach

Das Konzept sieht eine Reduzierung der Betten von ursprünglich 139 auf 80 vor. Im Haus soll es Wohngruppen geben, ein Mix aus vollstationären Plätzen und Wohngemeinschaften ist das Besondere am Konzept, das Vaupel als das „Marburger Modell“ bezeichnet.

Die Bewohner sollen über eigene Wohnräume mit Bädern verfügen und Wohnküchen gemeinschaftlich nutzen können. Die Balkone können nach der Sanierung als Wintergärten, als Wohnfläche, genutzt werden, Im Erdgeschoss ist ein Begegnungszentrum vorgesehen, die Verwaltung soll dort ebenfalls ihren Sitz haben.

In den Etagen 1 bis 4 wird es nach dem Entwurf je zwei Wohngruppen mit je sechs Plätzen und acht vollstationären Pflegeplätzen geben. Die oberen drei Etagen waren zuletzt an Studierende vermietet worden. Das Miteinander hat funktioniert, sagt Vaupel. Daher soll dieses Modell beibehalten werden, durch die Vermietung sei künftig mit einem Gewinn zu rechnen.

Vorübergehender Umzug steht nicht zur Debatte

54 Appartements (drei WG-Wohngruppen mit je sechs Plätzen) sind insgesamt in den oberen Stockwerken geplant. Der Umbau wird frühestens in einem Jahr losgehen, sagt Vaupel. Offen ist, wie der Umbau bei „laufendem Betrieb“ möglich ist. Es gibt keine Ausweichquartiere für die Bewohner – das neue Heim der Altenhilfe in Cölbe ist voll belegt und das Auf der Weide hat kaum Kapazitäten, so Vaupel.

Werden die Bewohner dann nur vorübergehend innerhalb des Gebäudes umziehen? Das können sich einige Fachleute nicht vorstellen – der Baulärm würde die älteren Menschen stören, meinen sie. All diese Fragen werden noch künftig in den verschiedenen Gremien erörtert werden – in den Aufsichtsräten der Marburger Altenhilfe und der Stiftung St. Jakob zum Beispiel.

Dem Sozialausschuss wird diesen Mittwoch auch ein Zwischenbericht der Leitlinien für die kommunale Altenplanung vorgelegt. Das Papier basiert auf Grundsätze und Konzepten, die seit 2007 erarbeitet worden sind. Es handelt sich also um eine Weiterführung von Grundsätzen, die das Angebot für Senioren in Marburg optimieren soll.

  • Der Sozialausschuss tagt ab 17 Uhr im Sitzungssaal Hohe Kante.

von Anna Ntemiris

 
Hintergrund

Eigentümerin des Gebäudes Sudetenstraße 24 bleibt die Stiftung St. Jakob. Die städtische Tochtergesellschaft Marburger Altenhilfe St. Jakob gGmbH ist Betreiber des Heims. Die Bewirtschaftung erfolgt durch die städtische Wohnungsbaugesellschaft Gewobau. Die Reduzierung der Plätze auf 80 war wirtschaftlich umstritten, weil ein negativer Deckungsbeitrag befürchtet wurde und auch weniger Personal nötig sein wird.

In den vergangenen Jahren bereitete der wachsende bauliche und technische Inves­titionsstau Sorgen – die Aufzüge und viele Räume waren zu sehr in die Jahre gekommen. Der Wirtschaftsplan der Stiftung wurde im Frühjahr mit einer „Schwarzen Null“ im Parlament verabschiedet, nun wartete man auf die Kostenkalkulation für die von den Stadtverordneten befürwortete Modernisierung.

 
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