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12000 Euro fürs Geburtshaus

Finanzspritze 12000 Euro fürs Geburtshaus

Die Universitätsstadt Marburg und der Landkreis Marburg-Biedenkopf wollen die Existenz des Geburtshauses sichern.

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Für das Geburtshaus machen sich Stadt und Landkreis gemeinsam stark: Oberbürgermeister Egon Vaupel (von links), Hebamme Karin Danhof, Melani Trofimow vom Vorstand des Geburtshauses Marburg und Landrätin Kirsten Fründt. Foto: Edith Pfingst

Marburg. Beide Seiten haben sich deshalb darauf verständigt, dem gemeinnützigen Trägerverein der seit 20 Jahren in Marburg bestehenden Einrichtung kurzfristig mit einer einmaligen Unterstützung von 12000 Euro zu helfen, teilten Stadt und Kreis am Mittwoch in einer gemeinsamen Presseerklärung mit.

Der Grund für die schwierige Finanzlage des Marburger Geburtshauses liegt in der bundesweit angespannten Arbeitssituation für den Berufsstand der Hebammen. Denn seit 2008 sind die Beiträge der Berufshaftpflicht für Hebammen erheblich gestiegen. Hebamme Melani Trofimow vom Vorstand des Marburger Geburtshauses erklärt, dass die Belastung durch Versicherungskosten seitdem pro Hebamme und Jahr um insgesamt 3500 Euro zugenommen habe. Eine tragfähige Lösung soll auf Bundesebene nächstes Jahr erfolgen. Über eine Zwischenlösung wird zwischen Krankenkassen und Hebammenverbänden derzeit noch verhandelt. Dabei geht es jedoch lediglich darum, den letzten Anstieg der Versicherungskosten von rund 800 Euro pro Hebamme auszugleichen. Das restliche Defizit bliebe bestehen. „Unsere Lage hat sich dramatisch zugespitzt“, sagt Trofimow.

Damit der Fortbestand des Marburger Geburtshauses mit seinen vielfältigen Angeboten nicht gefährdet wird, springen der Landkreis mit einer Unterstützung von 4000 Euro und die Universitätsstadt mit 8000 Euro aus laufenden Haushaltsmitteln ein. Damit leisten die Universitätsstadt Marburg und der Landkreis Marburg-Biedenkopf Nothilfe, wie beide betonen.

„Der gemeinnützige Verein Geburtshaus Marburg erbringt für die Marburger Stadtgesellschaft einen äußerst wertvollen und unverzichtbaren Beitrag. Durch seine Arbeit wird alles dafür getan, neues Leben gesund und wohlbehalten auf die Welt zu bringen. Der Landkreis und die Universitätsstadt unterstützen und würdigen daher aus Überzeugung das engagierte Wirken des Geburtshauses“, sagt Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD). „Wir möchten nicht nur die Möglichkeit der außerklinischen Geburt, sondern auch das darüber hinausgehende Angebot der Vor- und Nachsorge sichern“, erklärt Landrätin Kirsten Fründt (SPD). Rund 30 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer kommen aus dem Kreisgebiet.

„Wir freuen uns sehr, dass uns die Stadt und der Kreis in unserer schwierigen Situation den Rücken stärken“, sagt Trofimow. Diese Unterstützung helfe vor allem auch den aus familiären Gründen in Teilzeit arbeitenden Hebammen. „Diese müssen nämlich auch die volle Versicherungsprämie zahlen.“

Im vor 20 Jahren in der Schwanallee in Marburg eingerichteten Geburtshaus sind bisher 1466 Menschen zur Welt gekommen. Darüber hinaus bieten die Hebammen ein umfangreiches Kursangebot für Schwangere und junge Familien mit Kindern bis zum Ende des ersten Lebensjahres an. Allein 5000 Eltern nahmen bisher an den Geburtsvorbereitungskursen der Marburger Einrichtung teil.

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