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10000-Euro-Spende für Kinder in Not

10000-Euro-Spende 10000-Euro-Spende für Kinder in Not

Es war der letzte Wunsch von Irma Schneider, auch nach ihrem Ableben kranke und verarmte Kinder zu unterstützen.

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Jakob (von links) und Erhard Claar überreichten die Spende an Edith Martin, Vorsitzende der Elterninitiative für leukämie- und tumorkranke Kinder.

Quelle: Ina Tannert

Marburg. Ihr Leben lang hat die Lehrerin aus Marburg mit Kindern gearbeitet, sich lange Jahre für die Schwächsten der Gesellschaft eingesetzt. Diesen widmete sie auch ihr Erbe.

Insgesamt 10000 Euro spendete Irma Schneider für in Not geratene Kinder. Je 5000 Euro erhielt der Verein SOS Kinderdorf sowie die Elterninitiative für leukämie- und tumorkranke Kinder aus Marburg.

Den symbolischen Scheck überreichten der Neffe der Spenderin, Erhard Claar, beziehungsweise der Großneffe - der zweijährige Jakob. Es war der letzter Wille der Verstorbenen, dass der Kleinste der Familie das Geld für kranke Kinder überbrachte.

Generell waren Kinder immer wichtig im Leben von Irma Schneider: Lange Zeit unterrichtete die Lehrerin für Englisch und Französisch an der Marburger Elisabethschule, organisierte zahlreiche Schüleraustausche und spendete schon zu Lebzeiten regelmäßig für soziale Zwecke - „das war ihr immer ein Anliegen“, erinnerte ­Erhard Claar.

Seine Tante starb Mitte Juni dieses Jahres im Alter von 87 Jahren. Das Ende ihres Lebensweges erhellte ihr Großneffe, der die Tante regelmäßig besuchte, „sie strahlte dann immer, hat sich gefreut, Jakob zu sehen und blühte noch einmal auf“, berichtete der Vater.

"Kinder bewirken viel bei älteren Menschen"

Dass kleine Kinder gerade ältere, kranke Verwandte motivieren können und eine besondere Freude machen, konnte die Vereinsvorsitzende Edith Martin gut nachvollziehen. „Kinder bewirken viel bei älteren Menschen“, freute sie sich, dass die Verstorbene ihren Großneffen noch kennenlernen konnte.

Die Spende fließt in die Betreuungsarbeit des Vereins für an Krebs erkrankte Kinder und deren Angehörige. Derzeit betreut der Verein rund 35 betroffene Familien im ganzen Landkreis und angrenzenden Regionen. Zwei Hauptamtliche und zahlreiche ehrenamtliche Mitglieder begleiten Kinder und Angehörige während der Erkrankung, betreuen die Familien zu Hause und in der Gießener Krebsstation.

Sie leisten psychosoziale Betreuung, kümmern sich um die Geschwisterkinder oder ermöglichen finanzielle Zuschüsse, ­etwa für Fahrtkosten zur Klinik oder für Sonderausgaben. „Manche sind nicht imstande, das zusätzlich noch zu tragen. Geht etwa die Waschmaschine kaputt, kann das schon zu viel werden“, erklärte Martin. Die jährlichen Kosten von 150000 Euro muss der Verein ausschließlich aus Spenden erbringen. „Wir leben von Familienfeiern, Straßenfesten, Firmen- oder Weihnachtsspenden“, ergänzte Fachkinderkrankenpfleger Karl Kreh. Die Gemeinnützigkeit wie die Regionalität der Initiative wisse der große Unterstützerkreis dabei besonders zu schätzen: „Die Leute wissen, dass das Geld in der Region bleibt, vielen ist das wichtig“, erklärte Kreh.

Ebenso wie Irma Schneider, deren letzter Wunsch von Großneffe Jakob erfüllt wurde - er überreichte mithilfe seines Vaters den riesigen Scheck an die Elterninitiative. „Ich wünsche mir, dass es Nachahmer gibt“, brachte Claar eine Herzensangelegenheit seiner Tante auf den Punkt.

von Ina Tannert

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