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1,1 Millionen Euro ab 2005 weg

Veruntreuung in Marburg 1,1 Millionen Euro ab 2005 weg

In der Zeit, in der Egon Vaupel als OB im Amt ist, veruntreute der suspendierte Beamte offenbar den Großteil der bisher bekannten Schadenssumme von insgesamt mehr als 1,6 Millionen Euro.

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Der Akteneinsichtsausschuss in Marburg zum Veruntreuungsfall. Wie jetzt bekannt wurde, hat der suspendierte Beamte allein in fünf Jahren 1,1 Millionen Euro veruntreut.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und Stadt Marburg laufen weiter, um den Veruntreuungsfall in der Stadtverwaltung aufzuklären. Jahrelang hat ein 53-jähriger Beamter in die Stadtkasse gegriffen und sich unbemerkt Geld auf seine Konten überwiesen.

Bislang beträgt die festgestellte Schadenssumme für die vergangenen zehn Jahre insgesamt rund 1,66 Millionen Euro. Davon soll der Mann allein im Zeitraum 2005 bis 2010 mehr als 1,1 Millionen Euro veruntreut haben. Der Beamte war sich offenbar zunehmend sicher, dass sein Tun nicht auffliegt. „Die Entdeckungsgefahr war sehr gering“, heißt es im Prüfbericht.

Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) hatte am Donnerstag erklärt, dass er mit Amtsantritt im Juli 2005 ein System der Beihilfebearbeitung übernommen hatte, das eine „wirksame Kontrolle des Sachgebiets nicht gewährleistet“. Er übernahm für den Zeitraum ab 2005 die politische Verantwortung, einen von Teilen der Opposition geforderten Rücktritt lehnt er ab.

Weiterhin unklar ist, wie hoch die Schadenssumme für die Stadt Marburg tatsächlich ist, denn die Daten aus der Zeit vor 2000 sind fast alle gelöscht. Der erste nachgewiesene manipulierte Beihilfeantrag ist aus dem Jahr 1999.

Der Beamte war seit 1990 für die Bearbeitung der Beihilfe zuständig. Laut Prüfbericht der Stadt Marburg hat das Rechnungsprüfungsamt seit 1979 nicht mehr intensiv die Beihilfeakten geprüft.

von Anna Ntemiris

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