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Liebeserklärung an das Leben

„­betreff:theater“ Liebeserklärung an das Leben

„Per aspera ad astra“ – „Durch das Raue zu den Sternen“: Diese Weisheit des römischen Philosophen und Dramatikers 
Seneca begleitete 
die ­Protagonisten des „betreff:theater“ auf der ­Bühne der Waggonhalle.

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Fünf Frauen, fünf Schicksale: Die jungen Laiendarstellerinnen zeigten eine beeindruckende Leistung.

Quelle: Nigar Ghasimi

Marburg. Eine fantastische und zurecht ausverkaufte Premiere der zwanzigsten Eigenproduktion der Theatergruppe mit dem Titel „Kosmonaut:in“ präsentierten die fünf Schauspielerinnen.

Stark und charismatisch tauchten sie dabei in ihre Figuren ein. Die Zuschauer begleiteten Antonia (Anne Hart), Bella (Marlene Biebricher), Charlie (Maria Werner), Dora (Marlene Müller) und Emilia (Hannah Bernstein) durch ihren von Berg- und Talfahrten geprägten Alltag. Sie erlebten sie in ihren Ängsten und Nöten und ganz besonders in ihrem Hoffen und Sehnen.

Aus allen Gattungen des geschriebenen und gesprochenen Wortes werden Puzzleteile in diesem Stück verwendet und in neue Formationen gebracht. Mit viel Liebe zum Detail wird den Worten dabei auf den Grund gegangen.

Gewitzt und geistreich

Unter der überaus gekonnten Regie von Lukas Schiller zeigten die Studentinnen an diesem Abend eine Liebeserklärung an das Leben. In einer Symbiose aus Tiefgang und intelligentem Humor kämpften sich die Protagonistinnen durch ihre Gedankenwelten, die sie teilweise an Abgründe führen, die sie zu Entscheidungen zwingen. Doch trotz aller Tragik und allen Widerwillens ist die Hoffnung allgegenwärtig. So oft sie auch scheitern mögen, sie halten an ihren Idealen und Lebensvorstellungen fest und lassen sich vom Scheitern nicht zugrunde richten.

Gewitzt, geistreich und mit viel schauspielerischem Talent stellten sich die Schauspielerinnen ihrer Aufgabe und kamen dabei ab dem ersten Moment beim jungen studentischen Publikum an. Eine gekonnte Collage, die den Zuschauern zahlreiche Identifikationspunkte bietet.

Auch die einzelnen Bühnenbilder tragen dazu bei, die Inhalte der Szenen zu vermitteln. Gut durchdacht wurden dabei neben den hiesigen auch ­abstrakte Welten geschaffen, welche die gedanklichen Parallelwelten weiter verdeutlichen. Dramaturgisch dicht und vielseitig wird die ohnehin schon originelle Produktion durch den gelungenen Soundtrack noch weiter abgerundet. Und auch sprachlich und im Ausdruck beeindrucken die fünf Laienschauspielerinnen.

  • Eine weitere Aufführung von „Kosmonaut:in“ gibt es am Sonntag, 16. Juli, um 20 Uhr in der Waggonhalle.

von Nigar Ghasimi

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