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Zwischen Leid und Zuversicht

Kantorei der Elisabethkirche Zwischen Leid und Zuversicht

Die Kantorei singt die unvollendete Messe am 11. und 12. Juni in der Elisabethkirche. Zusätzlich erklingt ein spannendes modernes Werk: das Agnus Dei von Thomas Cornelius.

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Die Kantorei der Elisabethkirche bei einem früheren Konzert.

Quelle: Bernhard Dietrich

Marburg. Wolfgang Amadeus Mozart hat seine c-Moll-Messe vermutlich in großer Eile geschrieben, denn sie ist Fragment geblieben.

Uraufgeführt wurde die Messe im Jahre 1783, zur Vorstellung von Mozarts Frau Constanze bei seinem Vater in Salzburg. Ungewöhnlich ist die Moll-Tonart des Werkes, denn Mozart komponierte vor allem in Dur. Die seltenen Momente, in denen er Moll verwendete, haben in seinem Schaffen meist besondere Bedeutung.

In der Musikgeschichte gab es schon viele Versuche, die 
c-Moll-Messe im Stil oder im Sinne Mozarts zu vollenden. Einen ganz anderen Weg geht der junge Komponist Thomas Cornelius mit seiner Neuschöpfung des Agnus Dei: Er konfrontiert den Wiener Klassiker mit der ganzen Abgründigkeit des 21. Jahrhunderts.

Zerrissenheit zwischen Verzweiflung und Hoffnung

Das Werk wurde am 27. September 2015 im Dom zu Stendal mit großem Erfolg uraufgeführt. Von Mozarts zum Teil strahlenden Höhen steigt der Komponist musikalisch in die Tiefe hinab und lotet die verschiedenen Aspekte des Leidens aus. Er entwirft düstere Klangbilder, die das ganze Spektrum menschlicher Abgründe auffächern.

Nur zaghaft scheint der Wunsch nach Frieden und Erlösung auf, immer wieder öffnen sich aber auch Fenster des Lichts. So umschreibt Cornelius die Zerrissenheit zwischen Leid und Zuversicht, zwischen Verzweiflung und Hoffnung, die für das menschliche Leben so charakteristisch ist.

„Ich sehe das Agnus Dei als mögliche Ergänzung von Mozarts Messe, aber auch ganz klar als eigenständiges Stück“, erklärte der Komponist. Trotz aller Modernität hat Cornelius ein Werk geschaffen, das die Zuhörer in seiner Intensität berührt, und das gut fassbar und nachvollziehbar ist. Cornelius wurde 1986 in Schleswig geboren. Er ist studierter Kirchenmusiker und hat als Tasteninstrumentalist (Cembalo, Klavier und Orgel) mit vielen verschiedenen Ensembles und Orchestern zusammengearbeitet.

Der Komponist wird bei den Aufführungen in Marburg anwesend sein und im Orchester mitwirken. Die Kantorei der Elisabethkirche singt zusammen mit der Kurrende des Marburger Kinderchors, begleitet wird sie vom Marburger Kammerorchester. Solisten sind Henrike Nonnenmann (Sopran I), Carla Hussong (Sopran II) Mathias Weyel (Tenor), Hanns Pommerien (Bass) und Anastasia Simon (Solo-Violine). Die Leitung hat Bezirkskantor Nils Kuppe.

  • Die Konzerte am 11. und 12. Juni beginnen jeweils um 18 Uhr. Karten gibt es in der Elisabethkirche.

von Bettina Preussner

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