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Zwischen Kunst und Dokumentation

"Zeit und Zeuge" im Kunstverein Zwischen Kunst und Dokumentation

Am Freitag, 14. März, wird um 18 Uhr im Marburger Kunstverein die Ausstellung „Zeit und Zeuge“ eröffnet. Zu sehen ist zeitgenössische Fotografie von Anna Pekala und Florian Albrecht Schoeck.

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Das Foto ist Teil einer Porträtserie von Anna Pekala, die von heute an im Kunstverein zu sehen ist.

Marburg. Der Marburger Künstler und Fotograf Clemens Mitscher wirbt eindringlich für die Ausstellung der beiden jungen Fotografen. Er kennt Anna Pekala, geboren 1979 im polnischen Wodizslaw Slaski und Florian Albrecht-Schoeck, geboren 1980 in Darmstadt, sehr gut. Die beiden haben sich in einem seiner Kurse an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach kennengelernt, wo sie bei Professor Martin Liebscher studierten. Clemens Mitscher ordnet die Arbeiten als „sozialkritische Fotografie“ ein.

„Zeit und Zeuge“, der Titel der Ausstellung, gibt bereits einen Hinweis: Beide Fotografen sehen sich als Zeitzeugen, halten Momente fest. Wobei nur wenige Fotos in der Ausstellung Schnappschüsse sind.

Die Arbeiten der beiden Fotografen könnten unterschiedlicher kaum sein: Anna Pekala fotografiert digital, ihre Fotos sind oft geradezu leuchtend farbig und sie rückt - von einer Serie abgesehen - Menschen in den Mittelpunkt ihrer Fotos: Ihre beeindruckenden, oft großformatigen und sorgfältig inszenierten Porträts geben einen Einblick in unterschiedlichste Lebenswelten. Entstanden sind viele dieser Fotos in Wohnungen am Frankfurter Ben-Gurion-Ring, einer Sozialsiedlung im Schatten der Hochhäuser, die als sozialer Brennpunkt gilt.

Ihr Freund Florian Albrecht-Schoecks arbeitet mit der „alten“ Analog-Technik. Seine Fotos sind in klassischem Schwarz-Weiß gehalten, fallen in der bunten Bilderwelt des 21. Jahrhunderts allein schon dadurch ins Auge. Er konzentriert sich ganz auf Orte. Sie sind - wieder bis auf wenige Ausnahmen - menschenleer, verlassen, aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwunden oder der Öffentlichkeit erst gar nicht zugänglich. „In einer Zeit, in der sich mehr denn je die Frage stellt, wie die Wirklichkeit noch zu fassen ist und an sie zu erinnern sein wird, formulieren Anna Pekala und Florian Albrecht-Schoeck angemessene und intellektuelle Antworten“, meint der Kunsthistoriker Fabian Reifferscheidt.

Anna Pekala war als Lehrbeauftragte an der Frankfurter Akademie für Kommunikation und Design im Bereich Fotografie tätig und lebt als freie Fotografin und Künstlerin in Offenbach.

Florian Albrecht-Schoeck zeigt auch eine Serie mit dem Titel „Kurzgeschichte“, die in den Räumen des Marburger Universitätsmuseums entstanden ist, wo er 2011 unter dem Titel „Aufbruch/Umbruch“ auch ausgestellt hat. Die Arbeit „Im Lager“, entstanden im Bilderdepot des Marburger Museums für Kunst und Kulturgeschichte, ist seit 2011 Teil der Sammlung des Museums. Im selben Jahr wurde Albrecht-Schoeck mit dem Förderpreis des Frankfurter Vereins für Künstlerhilfe und dem „Deutsche Börse HfG Nachwuchsförderpreis“ ausgezeichnet.

Die Ausstellung wird heute um 18 Uhr eröffnet und ist bis zum 1. Mai zu sehen. Zur Eröffnung spricht Anne Marie Beckmann, Kuratorin der Art Collection Deutsche Börse.

von Uwe Badouin

und Nadja Schwarzwäller

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