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Zwei junge Musiker auf Erfolgskurs

Julian Le Play und Philipp Dittberner in der Waggonhalle Zwei junge Musiker auf Erfolgskurs

Der eine kommt aus Wien, der andere aus ­Berlin: Julian Le Play und Philipp Dittberner traten am Montagabend in der Waggonhalle auf. 200 Zuschauer waren begeistert.

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Julian Le Play wurde in der Waggonhalle von einer vierköpfigen Band begleitet.

Quelle: Marcus Hergenhan

Marburg. Julian Le Play und Philipp Dittberner haben eine Menge gemeinsam, beide sind 24 Jahre alt, in der jeweiligen Hauptstadt ihres Landes geboren, dem Genre der Singer-Songwriter zuzuordnen – und vor allem sind sie beide auf Erfolgskurs.

Eben diesen setzten sie am vergangenen Montag in der Waggonhalle fort, wo sie vor rund 200 Gästen ihre ganz eigene Musik präsentierten – und darin unterscheiden sich die Künstler wiederum deutlich.

Dittberner sorgte für eine angenehme Melancholie, die Gäste saßen andächtig auf dem Boden und lauschten den Geschichten, die seine Songs erzählen. Meistens handeln sie von Beziehungen. „Ich hab‘ mich hier verlaufen, vielleicht findest du ja mich“, ist eine typische Zeile aus Dittberners Songs.

Julian Le Play und seine Band stehen dagegen eher für die poppige Richtung des Genres. Passagen wie „ich wär‘ gern zum Mond geflogen heute Nacht“, sollen vor allem mitreißen. Dementsprechend wurde in diesem Teil des Konzerts auch nicht mehr gesessen, sondern getanzt.

Auf „Wolke 4“ zu den Sternen

Auch die Karrierewege der ­beiden Musiker sind bis zu diesem Jahr eher unterschiedlich. Während Julian Le Play, der eigentlich mit Nachnamen Heidrich heißt, schon länger in Österreich aktiv und ziemlich erfolgreich ist, dort seit ­einigen Jahren auf dem Radiosender Ö3 als Moderator fungiert, gehört der Berliner Philipp Dittberner sicher zu den ersten großen Neuentdeckungen des Jahres 2015.

Der Grund für den raketenhaften Aufstieg des Shootingstars heißt „Wolke 4“ und ist der Song, der ihn über Nacht berühmt gemacht hat. Fast zweieinhalb Millionen Mal wurde „Wolke 4“ auf dem Internet-Videoportal Youtube gesehen – eine enorme Zahl für einen bis dato völlig unbekannten Musiker.


Sein Song, in dem es natürlich auch um Liebe, aber vor allem auch die Vorsicht vor übergroßen Erwartungen geht, läuft in vielen Radiosendern rauf und runter. „Lass uns die Wolke 4, bitte nie mehr verlassen, weil wir auf Wolke 7 viel zu viel verpassen, ich war da schon einmal und bin zu tief gefallen“ – dieses Gefühl können viele nachvollziehen, und das ist neben der eingängigen Melodie und den entspannten Elektrorhythmen des DJs Marv fraglos einer der Gründe für den Erfolg.

Von eben diesem ist Dittberner (kleines Foto: Hergenhan) selbst noch eher überrumpelt und damit steht er nicht alleine. „Wir hatten ihn ja im März als Support eingeplant, bevor ‚Wolke 4‘ so ein Hit geworden ist. Mittlerweile ist er in Deutschland vielleicht sogar der bekanntere Musiker,“ erklärte Christoph Ahlers von Depro Concert.

Für Dittberner war es bereits das zweite Mal, dass er die Universitätsstadt an der Lahn besuchte, jedoch unter völlig anderen Umständen: „Es ist so wahnsinnig viel passiert. Das letzte Mal war ich in Marburg nur so zu Besuch, heute stehe ich nach 11 ausverkauften Konzerten auf der Bühne und kann es selbst noch nicht so richtig fassen.“

von Marcus Hergenhan

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