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Zwei Wasserleichen und eine Lesung

Criminale Zwei Wasserleichen und eine Lesung

Zwei Flussleichen verbinden die beiden Autoren Daniel Twardowski und Jürgen Hövelmann, die ­ihre Beiträge zur Krimi-Anthologie „SOKO Marburg-Biedenkopf“ im Lomonossow-Keller vorstellen.

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Tatortbegehung: Jürgen Hövelmann (links) und Daniel Twardowski an der Schützenpfuhlbrücke, 
an der Twardowskis Mordopfer in die Lahn befördert wird.

Quelle: Heike Döhn

Marburg. 27 Autoren haben Krimigeschichten für die Anthologie geschrieben – und ­alle spielen im Landkreis Marburg-Biedenkopf. Die Autoren sind allesamt Mitglieder des Syndikats, einem Netzwerk von deutschsprachigen Krimiautoren, dessen alljährlich stattfindendes Festival Criminale in diesem Jahr in Marburg vom 
17. bis 24. Juli zu Gast ist.

Extra für die Criminale entstand „SOKO Marburg-Biedenkopf, die darin enthaltenen Geschichten werden im Rahmen des Festivals bei einer ganzen Reihe von Lesungen vorgestellt. Twardowski und Hövelmann sind gewissermaßen die beiden Lokalmatadoren unter den Autoren – Twardowski stammt aus dem Sauerland, lebt und arbeitet aber schon lange in der Universitätsstadt. Hövelmann hat ebenfalls über 20 Jahre in Marburg gelebt und ist gerade wieder an die Lahn gezogen.

Neben dem Wohnort Marburg verbinden auch ihre Leichen die beiden Autoren, denn beide landen im Wasser – eine in der Lahn, die andere in der Allna. Damit enden aber auch schon die Gemeinsamkeiten, denn Twardowskis Geschichte spielt in der Gegenwart, Hövelmanns vor 2500 Jahren.

Eine weite Reise in die Vergangenheit

Schauplatz des Kurzkrimis „Ein Bild von Motiv“ ist die Marburger Sommerakademie – die roten Flecken auf der Leiche, die an der Schützenpfuhlbrücke aus der Lahn gefischt wird, sind nicht Blut, sondern Farbe. Tot ist der Kursteilnehmer trotzdem, und Kommissaranwärterin Meinert ermittelt höchst unkonventionell, indem sie sich als Aktmodell zur Verfügung stellt. Der Autor kann bei der Schilderung dessen, was sie dabei erlebt, auf eigene Erfahrungen zurückgreifen, denn „ich stehe selbst als 20 Jahren bei der Sommerakademie Modell“, erzählt er.

Solche direkten Erfahrungen konnte Jürgen Hövelmann in seinen Text nicht einfließen lassen. Denn seine Geschichte spielt dort, wo heute das archäologische Freilichtmuseum Zeiteninsel bei Argenstein entsteht, und zwar in einer lange zurückliegenden Vergangenheit, in der dieses Gebiet bereits besiedelt war. Ein Blutmond spielt eine Rolle, Naturreligion und Wahnsinn – und die Allna.

„Ich habe mir von Archäologen erst einmal erklären lassen, wie die Menschen damals lebten und dachten“, sagt Hövelmann – und hat dann eine düstere, mystische Geschichte geschrieben, die einen starken Kontrast zur humorvollen Story Twardowskis bildet.

  • Die Lesung „Flussleichen zwischen Allna und Lahn“ findet am Dienstag, 19. April, ab 20 Uhr im Lomonossow-Keller, Markt 7, statt. Karten gibt es nur an der Abendkasse.

von Heike Döhn

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