Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 5 ° wolkig

Navigation:
Zwei Musiker packen ein Jahr in Songs

"Haus und Düppers" in der Waggonhalle Zwei Musiker packen ein Jahr in Songs

Zwei Musiker, ein Jahr, 13 Lieder: „zweitausendzwölf“ ist der Name der CD, auf die das Duo „Haus und Düppers“ sein ganz persönliches 2012 gepackt hat. Prädikat: hörenswert.

Marburg. „Wer hätte das gedacht, als wir vor einem Jahr im Lehrerzimmer angefangen haben.“ Stefan Haus und Stefan Düppers sind in ihrem „eigentlichen“ Beruf Lehrer an der Wollenbergschule in Wetter. Aber sie teilen die Leidenschaft für Musik und fürs Liedermachen. Also haben sie ein gemeinsames Album geschrieben und aufgenommen - Stücke über Geschichten, die sie zusammen erlebt oder die sie persönlich betroffen haben und Stücke über Menschen, die ihnen begegnet sind und die sie inspiriert haben, wie Stefan Düppers am Dienstagabend bei der CD-Release-Party in der Waggonhalle erklärt. Ihr persönliches Fazit: „Wir hatten einen Heidenspaß“.

Da ist zum Beispiel die Geschichte von Fawad Heidari, einem jungen Mann, der sich vor drei Jahren allein auf den Weg aus Afghanistan heraus gemacht hat und der über den Iran, die Türkei und Italien nach Deutschland gekommen und „vorübergehend in Marburg gestrandet“ ist. Stefan Düppers erzählt, wie gern er mit ihm in den Pausen philosophiert - und wie die beiden dabei immer wieder an die Grenze der Sprachbarriere stoßen. „Kristallpalast“ heißt das orientalisch anmutende Lied, das Fawad gewidmet ist. Der junge Mann spricht auf der Bühne der Waggonhalle dazu einen selbst geschriebenen Text in seiner Muttersprache Persisch - er hofft auf ein „süßes Ende“ seines Schicksals.

In „Du machst uns stumm“ verarbeiten Stefan Haus und Stefan Düppers den Tod eines Kollegen, der eines Morgens nicht zur Arbeit erschien und den sie dann in seinem Haus fanden. Als die Kollegen die Nachricht erfuhren, hätte er erwartete, dass sie Fragen stellen oder Gespräche suchen würden, sagt Stefan Düppers. „Aber es war einfach nur unglaublich stumm in dem Moment“.

Natürlich geht es auf ihrem Album auch um die Liebe, um den Zauber des ersten Kennenlernens oder die Notwendigkeit, Zeit in die Menschen zu investieren, die irgendwann alltäglich werden, wie die beiden Musiker es beschreiben. Das Lied „2000 Meilen“ ist während eines Aufenthalts in Barcelona entstanden: Die Weisheit, dass tausend Meilen mit einem einzigen Schritt beginnen, sei der richtige Satz zur richtigen Zeit für ihn gewesen, sagt Stefan Haus.

„Nackt“ wiederum ist inspiriert von einem Besuch in der Oper und der Begegnung mit einem Tenor. Davon gab es in der Waggonhalle noch eine zweite Version zu hören - die haben die beiden Liedermacher in der Küche geschrieben, nachdem die Gastmusiker sich bei den Aufnahmen in Ito Graboschs Studio „selbständig gemacht“ und eine ganz eigene Version des ursprünglichen Liedes fabriziert hatten, die nach einem neuen Text verlangte.

Auch die CD-Release-Party wurde mit den Musikerkollegen gemeinsam gestaltet. Zur Band des Abends gehörte auch Marylin Prange, die zuvor gemeinsam mit Martin Sopart als Duo „Saitenblick“ den Abend musikalisch eröffnet hatte.

Eine tragende Rolle spielen übrigens nicht nur Menschen, sondern auch der Stadt, in der „Haus und Düppers“ leben. Marburg ist ein Lied gewidmet: „Alles ist gut“, so der Titel - wenn man von der Schlossmauer aus die Stadt zu seinen Füßen liegen hat.

Informationen zur CD und zu „Haus und Düppers“ gibt es auf der Homepage www.landstreicher-lieder.de.

von Nadja Schwarzwäller

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur

Hier finden sie die Kommentare und Meinungen der Redakteure zu lokalen und weltpolitischen Themen sowie Glossen und augenzwinkernde Beträge. mehr