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Zwei Freunde auf Verbrecherjagd

Rico, Oskar und die Tieferschatten Zwei Freunde auf Verbrecherjagd

Seine Kinderbücher gehen in Massen über den Ladentisch, jetzt ist eines seiner Werke verfilmt worden: Der Biedenkopfer Andreas Steinhöfel liest bei der Vorpremiere von „Rico, Oskar und die Tieferschatten“ im Cineplex.

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Anton Petzold (links) spielt den Rico, Juri Winkler schlüpft für den Film in die Rolle seines Freundes Oskar. Kinder- und Jugendbuchautor Andreas Steinhöfel hat die beiden Jungen ersonnen. Fotos: Twentieth Century Fox/privat

Quelle: Twentieth Century Fox

Marburg. Andreas Steinhöfel wurde in Battenberg geboren und studierte Anglistik, Amerikanistik und Medienwissenschaften in Marburg. Heute lebt und arbeitet er in Biedenkopf.

Eigentlich wollte Steinhöfel Regisseur werden, aber dann hat er sich so über ein Kinderbuch geärgert, das „gut gemeint“ war und in dem die Kinder „etwas lernen“ sollten, dass er selbst mit „Dirk und ich“ ein Kinderbuch geschrieben hat. Seitdem hat er 16 weitere Bücher für Kinder und Jugendliche veröffentlicht.

„Rico, Oskar und die Tieferschatten“ erschien vor sechs Jahren und bekam zahlreiche Preise. Es ist der erste Band einer Reihe. Wenn Andreas Steinhöfel erzählt, dann hat der Leser schnell Bilder von den Figuren und Orten vor Augen. So ist es nicht verwunderlich, dass nach „Es ist ein Elch entsprungen“ nun ein zweites seiner Bücher verfilmt wurde. „Ich habe schon den Film gesehen und finde, dass er toll geworden ist“, verrät der Autor. Und so ist er zwar nicht Regisseur geworden, aber seine Geschichten kommen trotzdem auf die große Leinwand.

Rico (Anton Petzold) ist ein wenig begabter, zehnjähriger Junge aus Berlin, der bei seiner alleinerziehenden Mutter wohnt. Er freundet sich mit dem hochbegabten, zwei Jahre jüngeren Oskar (Juri Winkler) an - und gemeinsam verbringen sie fortan ihre Freizeit damit, auf Verbrecherjagd zu gehen. Besonders abgesehen haben sie es dabei auf den berüchtigten Entführer „Mister 2000“. Doch eines Tages erscheint Oskar nicht am verabredeten Treffpunkt. Also fragt Rico sich, ob Mister 2000 herausgefunden hat, dass die Jungs ihn suchen. Wenn ja, dann könnte Oskar in ernsthafter Gefahr sein! Rico muss allen Mut zusammenkratzen und alle Kräfte mobilisieren, um Mister 2000 zu finden, vor allem aber seinen verschollenen Freund.

„Alles, was mir wichtig war, ist drin“, freut sich Steinhöfel über die Verfilmung. „Der Film ist dicht am Buch, ich erkenne meine Figuren wieder. Die Geschichte lebt ja davon, dass es eine Detektivgeschichte gibt, die aber zunächst in den Hintergrund tritt. Mir geht es mehr um die Freundschaft, die Gefühle zwischen den beiden Jungen.“

Doch auch die Action ist ihm wichtig: „Es muss auch etwas passieren, im Film wie im Buch. Kein Kind will seitenlang nur Prosa lesen. Ich übrigens auch nicht. Deswegen habe ich es auch nie geschafft, die „Buddenbrooks“ zu lesen, weil Thomas Mann seitenlang die Sofas beschreibt“, erklärt der Autor. Kinder sollten Spaß mit Büchern haben - auch als Erwachsener gehe man schließlich nicht in einen Laden und frage nach einem Buch, aus dem man etwas lernen könne. „Ich habe mit meinem Verlag ein riesiges Glück. Der lässt mich machen, und wenn es nicht läuft, dann läuft es eben auch mal nicht.“

Meist aber läuft es bei Steinhöfel, und nun auch auf der Leinwand. Der zweite Teil der Verfilmung ist schon jetzt bereits in Planung.

Am Sonntag startet aber erst einmal der erste Teil im Cineplex, und Andreas Steinhöfel ist höchstpersönlich dabei und gibt eine Kostprobe aus der literarischen Vorlage.

von Heike Döhn

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