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Zugvogel auf Stippvisite in Marburg

Theatermacher Momme Röhrbein Zugvogel auf Stippvisite in Marburg

Von der großen Berliner Schaubühne ans kleine Hessische Landestheater Marburg: kein Problem für den Bühnenbildner Momme Röhrbein. Mit Regisseur Stephan Suschke setzt der Ausstatter „Viel Lärm um nichts“ in Szene.

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Ausstatter Momme Röhrbein hockt auf dem Bühnenpodest vor dem Marburger Rathaus.Foto: Uwe Badouin

Marburg. Seit 20 Jahren arbeitet Momme Röhrbein als freier Bühnenbildner und Ausstatter. Über Arbeit kann er sich nicht beklagen. Er ist regelmäßiger Gast an nahezu allen großen Häusern in Deutschland. Sehr oft und sehr gern arbeitet er mit der Regisseurin Katharina Thalbach zusammen, hat mit ihr etwa „Der Hauptmann von Köpenick“ mit dem großen Harald Juhnke auf die Bühne des Maxim Gorki Theaters gebracht.

Fast gilt als ungeschriebenes Gesetz: Inszeniert die unverwüstliche Katharina Thalbach, dann sorgt Momme Röhrbein für die Kulissen. Mindestens. Im Sommer 2011 etwa zeichnete er verantwortlich für das Bühnenbild von Thalbachs Großproduktion „Die Zauberflöte“: Am Berliner Wannsee zimmerte er eine riesige Pyramide als Bühnenbild. Das Publikum war hingerissen von dem Spektakel. Die Berliner Zeitung schrieb einmal über ihn: „Bei Momme Röhrbein bekommen die Kulissen Szenenapplaus.“

Röhrbein ist ein Zugvogel in Sachen Theater: Er hat mit Thomas Brasch am Theater Basel gearbeitet, mit Matthias Hartmann am Schauspielhaus Hamburg, mit Leander Haußmann am Thalia Theater Hamburg. Deutsche Oper Berlin, Théâtre de la Monnaie Brüssel, Theater an der Wien und Staatsoper Wien waren Stationen.

Wie kommt so ein Theatermacher nach Marburg? Was für Thalbach gilt, gilt auch für den Regisseur Stephan Suschke: Suschke, ehemaliger Leiter des Berliner Ensembles, und Röhrbein sind ein eingespieltes Team, das merkt man auch bei den Proben am Marktplatz. Ein Nicken, ein Blick - jeder weiß, was der andere will: Sie haben in Marburg bislang drei Brecht-Stücke auf die Bühne gebracht: „Baal“, „Der gute Mensch von Sezuan“ und „Fatzer“.

Und nun Shakespeares Komödie „Viel Lärm um nichts“. Momme Röhrbein hat für das Open-Air-Spektakel vor dem Rathaus ein eher schlichtes schwarzes Podest mit Rundbögen errichten lassen, das viele Auf- und Abgänge zulässt. Schließlich ist „Viel Lärm um nichts“ ein Verwirrspiel. Die Hauptkulisse ist ohnehin das Marburger Rathaus. „Für mich ist es das Rathaus von Messina“, sagt Röhrbein. Dort spielt die Komödie des wohl größten Dramatikers der Literaturgeschichte.

Großen Wert legen Rohrbein und Suschke auf die Kostüme, die am Samstag bei der ersten Kostümprobe erstmals zu sehen sein werden. „Sie sollen ein wenig an die italienische Commedia dell‘Arte“ erinnern“, sagt Röhrbein, „an eine bunt zusammengewürfelte Theatergruppe“. Hinzu kommen hell geschminkte Gesichter mit schwarz umrahmten Augen, die den Blick auf Mimik und Körpersprache der Darsteller lenken sollen.

„Viel Lärm um nichts“ hat am Donnerstag, 20. Juni, um 20 Uhr Premiere. Bis zum 7. Juli stehen elf Vorstellungen auf dem Programm: Sa, 22.06. / So, 23.06. / Di, 25.06. / Mi, 26.06. / Do, 27.06. / Fr, 28.06. / Sa, 29.06. / So, 30.06./ Sa, 06.07. / So, 07.07 (Einlass jeweils ab 19.30 Uhr).

Karten: Theaterkasse in der Galeria Classica, Frankfurter Straße 59, telefonisch unter 06421 / 25 60 8 oder im Internet unter www@theater-marburg.de

von Uwe Badouin

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