Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Zuflucht in Bildern der beseelten Natur

Haus der Romantik Zuflucht in Bildern der beseelten Natur

Vom Schlachtenmaler zum Naturliebhaber: Der Maler Theodor Rocholl vollzog in seiner Kunst eine tiefgreifende Wende. Seine Bilder sind jetzt im Haus der Romantik zu sehen.

Voriger Artikel
Theaterverein Wetter: Der nackte Wahnsinn
Nächster Artikel
Otterbeck in künstlerischen Beirat gewählt

Sie eröffneten die jüngste Ausstellung im Haus der Romantik: Prof. Dr. Marita Metz-Becker (von links), Helmut Burmeister vom Stadtmuseum Hofgeismar und Sabine Harder.Foto: Bettina Preussner

Marburg. Lichte Frühlingswälder, stimmungsvolle Landschaften, beseelte Pferdeporträts - der Maler Theodor Rocholl (1854-1933) liebte die Natur und fand Trost und Zuflucht in ihr. Dabei hatte er als Schlachtenmaler begonnen, an Feldzügen teilgenommen und in vorderster Front gemalt. Der Soldatentod seines Sohnes im ersten Weltkrieg brachte die Wende: Fortan malte Rocholl nur noch Wiesen und Wälder, Bäume, Bäche, Felsen und Tiere.

„Theodor Rocholl - Der Maler aus dem Reinhardswald“ heißt die jüngste Ausstellung im Marburger Haus der Romantik, die einen hierzulande wenig bekannten Künstler vorstellt. Die Schau passt in die Reihe der Veranstaltungen zur Romantikrezeption, die das Haus der Romantik initiiert hat. „Theodor Rocholl war kein Maler der Romantik“, erklärte die Kuratorin Sabine Harder vom Haus der Romantik. „Aber er verarbeitete Themen der Romantik, zum Beispiel die Idee der beseelten Natur. Für Rocholl hatte jede Kreatur eine Seele, sei es Pferd, Ochse oder Baum.“ Rocholls Liebe zur Natur ging so weit, dass er den Erhalt des ursprünglichen Reinhardwaldes bei Kassel als Schutzgebiet erreichte.

Noch heute sind die alten Hutewälder dort als Naturpark geschützt. Ein weiteres, typisch romantisches Thema ist die unglückliche Liebe, so Sabine Harder weiter. Der Maler verliebte sich in eine wesentlich jüngere Frau, musste aber eine andere heiraten. Von der Angebeteten sind in der Schau einige sehr lebendige Porträts ausgestellt.

Die Ausstellung, in der 27 große Ölgemälde, Zeichnungen und Gouachen von Theodor Rocholl gezeigt werden, ist in Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum Hofgeismar entstanden. Helmut Burmeister, Leiter des Stadtmuseums Hofgeismar, zeichnete bei der Vernissage am Donnerstag den Lebensweg des Künstlers nach, der zur Düsseldorfer Malerschule gehörte. „Rocholls heile Welt war die Natur“, schloss er seinen Vortrag.

Die Ausstellung im Haus der Romantik (Markt 16) ist noch bis zum 6. Juli 2014 zu sehen. Sie ist jeden Dienstag bis Sonntag von 11 bis 13 Uhr und von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

von Bettina Preussner

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr