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Zeitlose Werke aus vier Jahrhunderten

Konzert im Schimmel-Centrum Zeitlose Werke aus vier Jahrhunderten

Werke aus vier Jahrhunderten präsentierte die georgisch-deutsche Konzertpianistin Catherine Gordeladze am Samstag in Michelbach. Mit Werken von Scarlatti bis zum jazzigen Kapustin unterstrich sie ihre Vielfältigkeit.

Michelbach. Dass so unterschiedliche Werke wunderbar zusammenpassen zeigte bereits das Vorprogramm. Bei den Konzerten im Schimmel-Centrum ist es inzwischen Tradition, Marburger Musikschülern ein Podium zu bieten. Am Samstag spielten die „Jugend musiziert“-Preisträger Lothar Shima (Violine) und Jakob Kressin (Klavier) die Violinsonate Nr. 4 von Johann Sebastian Bach und das energischere „Praeludium und Adagio“ von Fritz Kreisler.

Catherine Gordeladze hat sich als Solistin und gefragte Kammermusikpartnerin mit ihrem breiten Repertoire längst etabliert. Neben ihrer Konzerttätigkeit unterrichtet Gordeladze an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt. Ihr Programm versprach Musik von Scarlatti, Chopin, Ravel und Kapustin. Hochkonzentriert und in sich versunken begeisterte sie das Publikum. Die Stücke des russischen Komponisten im Jazz-Stil markierten einerseits einen Stilbruch im Programm, passten aber andererseits auch fabelhaft zum ausdrucksstarken Spiel der Pianistin und der tänzerischen Art der Stücke. Besonders beim fließenden „Intermezzo“ der „Concert Etudes“ von Kapustin schien es, als ob Gordeladzes Finger auf den Tasten tanzten.

Ebenso beschwingt ging es nach der Pause weiter mit Walzern von Chopin und Ravel. Hier hatte der neue Flügel im Schimmel-Centrum durchaus seine Vorteile. Bei Chopins „Grande Valse Brillante op. 34“ erklang der Walzer in einer schönen warmen Grundstimmung, die verspielten Figuren in den hohen Lagen hingegen erklangen hell und klar und traten so deutlich in den Vordergrund. In der Klavierfassung von Ravels „La Valse: Poème pour orchestre“ kam der Kontrast fantastisch zur Geltung zwischen den tanzenden Paaren mit den herrlichen romantischen Walzerklängen und dem tiefem Grollen des Ersten Weltkrieges. Als Zugabe spielte Catherine Gordeladze zwei verspielte Werke von Louis Moreau Gottschalk, einem amerikanischen Komponisten aus dem 19. Jahrhundert.

von Mareike Bader

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