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Zauberhaft ansteckendes Schultheater

Sommernachtstraum an der Waldorfschule Zauberhaft ansteckendes Schultheater

Seit Ende Oktober hatten die Schüler Shakespeares Komödie einstudiert. Am Wochenende begeisterten sie bei drei Aufführungen mit Spielfreude im Festsaal der Freien Waldorfschule Marburg.

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Die beiden Pucks Bente Schulte-Westenberg (links) und Anna Strecker beobachten Lysander (Anton Winter).Foto: Lars Volkmar

Quelle: Lars Volkmar

Marburg. Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“ gehört seit seiner Uraufführung um 1600 zu den meist gespielten Stücken der Welt. Auch in Marburg ist es ein gern gespieltes Theaterstück. Zuletzt war die Komödie vergangenes Jahr als Waggonhallen-Produktion und von der Bauerbacher Theatergruppe zu sehen. Im Juni wird es von den Profis des Hessischen Landestheaters als Open-Air-Spektakel auf dem Marktplatz aufgeführt.

Aber egal wie oft die Komödie gespielt wird, sie ist selten gleich. Das Klassenspiel der 8. Klasse in der Waldorfschule am Wochenende stützte sich auf die Inszenierung von Max Reinhardt von 1905, die als Geburtsstunde des modernen Regietheaters in Deutschland zählt. Regisseur Siegfried Antonio Effenberger war es wichtig zu unterstreichen, dass man an einer Waldorfschule ist. Gerade die Tanzbewegungen aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts, die einen Bogen zur Eurythmie schlagen, hatten den Berliner Regisseur für seine fließenden Choreographien angesprochen, die das Sphärische des nächtlichen Waldes betonten. Der Kontakt nach Marburg entstand durch den ehemaligen Theaterlehrer Michael Fischer, der Effenberger aus Berlin kannte und ihn der Waldorfschule empfohlen hatte. Die Schüler wurden in zwei Besetzungen aufgeteilt: „Stratford“ und „on Avon“, benannt nach der Geburtsstadt Shakespeares. So stellte der Regisseur sicher, dass jeder Schüler integriert sei und miterlebe, was alles dazugehört, um ein Theaterstück auf die Bühne zu bringen, erzählte Effenberger vor der Premiere am Freitag.

So waren einige Schüler sowohl als Schauspieler als auch als Musiker zu sehen. So wie Yamuna Nelke, die in der „on Avon“-Besetzung Egeus spielte, am Klavier saß und über die Saiten des Flügels strich, wenn Oberon und Puck mit der Zauberblüte Amor spielten. Die Rolle des Waldgeists Puck wurde von zwei Schülern gleichzeitig übernommen. Bei der Premiere am Freitag begeisterten die beiden Schülerinnen nna Strecker und Bente Schulte-Westenberg mit ihrem verschmitzten Spiel und ausgelassenem Hüpfen.

Natürlich waren auch bei dieser Inszenierung die Handwerker einer der Publikumslieblinge, allen voran Zettel, gespielt von David Volkmar, und Niklas Euler als Flaut. Im Handwerkerstück torkelte er herrlich als Thisbe mit rotem Kleid, viel Schminke im Gesicht auf Stöckelschuhen auf die Bühne, um kurz darauf ohne einen Stolperer vor dem „Löwen“ (Lena Oeste als Schnock) davonzulaufen.

Mit kräftigem Applaus und viel Jubel wurden die Schüler und Schülerinnen für ihr Spiel belohnt. Einige der jungen Darsteller schwirrten ins Publikum, um Regisseur Effenberger und die unterstützenden Lehrer, allen voran Klassenlehrerin Christiane Kabierschke, auf die Bühne zu holen und sich zu bedanken.

von Mareike Bader

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