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Wunderschöner Opern-Abend

Opera Classica Europa führte Puccinis „Tosca“ auf Wunderschöner Opern-Abend

So locker und entspannt sind Opern-Besucher selten zu sehen. In luftiger und bequemer Sommerkleidung genossen etwa 600 Besucher die Puccini-Oper „Tosca“ auf der Schlossparkbühne.

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Eine Szene aus der Oper Tosca mit der Sopranistin Romana Vaccaro und dem Tenor Sergey Nayda. Rund 600 Zuschauer sahen die Aufführung auf der Freilichtbühne.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Das Wetter am Sonntag hatte Erbarmen mit den heimischen Kulturveranstaltern. Auch bei der Opern-Aufführung von Puccinis „Tosca“ auf der Schlossparkbühne spielte das Wetter mit. Allerdings hatten sich durch den zwischenzeitlichen Regen die Proben etwas verzögert, die unmittelbar vor der Vorstellung stattfanden um die Inszenierung an die Bühne anzupassen. „Da müssen wir jetzt durch“, sagte Regisseur Michael Vaccaro, zugleich Intendant der Opera Classica Europa, die zum zweiten Mal auf der Freilichtbühne gastierte. Der Einlass wurde kurzerhand um eine Viertelstunde verschoben.

Die Schlossbühne präsentierte sich als wunderbarer Spielort. Passend zum lauen Sommerabend herrschte eine wunderbar lockere Stimmung. Mit kurzen Hosen in die Oper und dabei auch noch Bier und Popcorn konsumieren – das würde sich nie jemand in einem Opernhaus wagen. Bei der Open-Air-Aufführung dagegen fielen alle Konventionen, und das bunt gemischte Publikum genoss den schönen Abend.

Zurück zu den Wurzeln

Eingebettet in die schöne Natur des Schlossparkes reichten wenige Requisiten, um das Publikum an den Ort des Geschehens von „Tosca“ zu versetzen. Die Liebesgeschichte zwischen der berühmten Sängerin Floria Tosca (Romana Vaccaro) und dem Maler Mario Cavaradossi (Sergey Nayda) spielt im Rom der Zeit um 1800. Dort wird um die Macht gerungen. Der Maler Mario hilft dem eingekerkerten Konsul bei dessen Flucht und bringt sich damit selbst in Gefahr.

„Tosca“ gehört bis heute zu den beliebtesten und meistgespielten Opern Puccinis. Und mit „Tosca“ fing auch die Geschichte der Opera Classica Europa an: Vor zwölf Jahren wurde Puccinis Klassiker erstmals als klassische Inszenierung von Michael Vaccaro vor der Kulisse der Burg Hohenstein in Bad Schwalbach aufgeführt.

Mit dabei waren damals schon die Sopranistin Romana Vaccaro als Tosca und der Bariton Juri Batukov als skrupelloser Polizeichef Scarpia. Auch bei der Open-Air-Aufführung in Marburg präsentierten die Sänger ihre tollen Stimmen und ernteten für Arien immer wieder Sonderapplaus, wie bei „Vissi d’arte“ im zweiten Akt.

Mikrophone helfen und stören zugleich

Begleitet wurden die Sänger von dem Philharmonischen Orchester des Nationaltheaters Constanta aus Rumänien unter der Leitung von Hans-Friedrich Härle sowie dem dort ebenso ansässigen Opernchor und dem Chor der University of Northern Colorado aus Amerika. Die Sängerinnen des Chores verfolgten den zweiten und dritten Akt als Zuschauer und bejubelten beim langen Schlussapplaus einige ihrer Mitspieler.

Dank der eingesetzten Mikrophone waren die Sänger sehr gut zu hören und zu verstehen. Da jedoch Standmikrophone eingesetzt wurden, mussten sich die Sänger immer wieder in Richtung der Mikrophone positionieren.

So drehten sie sich gezwungenermaßen bisweilen weg von ihrem Gesangspartner oder drückten sich wie die Tosca-Darstellerin Vaccara gegen die Mauer vor dem linken Bühnen-Bogen. So war Romana Vaccaro bei der wunderschönen Arie „Qual‘occhio“ zusammen mit Cavaradossi-Darsteller Sergey Nayda stellenweise unverstärkt zu hören.

In diesen Momenten zeigten sich aber auch die Erfahrung und die Stimmkraft der international gefragten Sopranistin, denn es war zwar ein Unterschied zu hören – kraftvoll genug klang sie dennoch.

von Mareike Bader

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