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Wunderschöne archaische Songs

Lùisa im Trauma Wunderschöne archaische Songs

Lùisa gab am Samstag im ausverkauften Trauma ein hinreißendes Konzert. Die 20-jährige Singer-Songwriterin machte in Marburg ihr Abitur, wohnt inzwischen in Hamburg und startet mit ihrer Musik nun richtig durch.

Marburg. Das Trauma ist voll bis auf die letzte kleine Ecke. Es herrscht konzentrierte Stille: Alle hören gebannt zu, wenn Lùisa singt; wenn sie mit ihrer tiefen, eigenwilligen Stimme urtümliche Laute bildet und ihre kleinen Songkunstwerke vorträgt.

Lùisas Songs klingen so als entstammten sie den Tiefen sagenhafter Wälder. Aber die Sängerin streifte in ihrer Jugend nicht durch die Wildnis Norwegens, sondern durch den Wald um Frankenberg, wo sie aufgewachsen ist. Hessen ist Deutschlands waldreichstes Bundesland und die Brüder Grimm sammelten hier ihre Märchen; diese Stimmung dringt in Lùisas Musik durch. In einem Song trifft die Sängerin einen Wolf - und auch Lùisa wirkt ein bisschen wie eine Wölfin: stark, scheu und ganz schön archaisch.

Ihre Musik scheint unserer gewohnten Welt enthoben. Eben weil es nicht ihre Alltagssprache ist und die Sprachmelodie besser zu ihrer Musik passt, singt Lùisa meist auf Englisch und manchmal auf Französisch.

Ihren Gesang kann man in vielen Liedern mehrstimmig hören. Loopen nennt man die Technik, durch die sie sich selbst mit einem Tippen der Fußspitze auf die Loop-Station live auf der Bühne aufnehmen und dann passend einspielen kann. So kommt nebenbei ein ganzer Lùisa-Hintergrundchor zusammen und verzaubert. Schlagzeuger Benito erzeugt dazu mit gut platzierten Rhythmen die Atmosphäre magischer Trommeln.

Luisa Ortwein wuchs in Frankenberg auf, zog mit 17 nach Marburg, 2011 legte sie am Philippinum ihr Abitur ab und vor eineinhalb Jahren ging sie nach Hamburg. Dort fand sie eine Agentur, hat mit „One Youth Ago“ ihr erstes Album heraus gebracht und für den Song „Nighthawks“ ein stimmungsvolles Video in Dänemark gedreht. Bei der Sendung „TV Noir“ von ZDF kultur war sie auch. Kein Wunder also, dass nun einige Platten-Labels Interesse an ihr bekunden. Sie will sich aber vor allem ihre Unabhängigkeit bewahren und sich nicht anpassen müssen. Trotz all dem Erfolg, der an die Tür klopft, ist die 20-Jährige natürlich geblieben, von Hipsterallüren keine Spur.

Als Support hatte Lùisa den Singer-Songwriter Dino Joubert dabei, der das Publikum mit seiner sympathischen Art und zarten Songs für sich einnahm. Am Ende spielten Dino Joubert und Lùisa eine Akustikversion von Lùisas Song „A New Heart“ - zweifelsohne der Höhepunkt eines viel zu kurzen Konzertes.

Ihr Album „One Youth Ago“ kann man über www.listentoluisa.com als CD oder bei iTunes als digitale Version erwerben.

von Angelika Fey

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