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Wunderklänge und viel Spaß

Nacht der Stimmen Wunderklänge und viel Spaß

Zwei Berliner Gruppen boten dem Publikum außer großem Hörgenuss eine Menge Spaß. Zudem gab es harmonisch swingenden Jazz aus Marburg sowie wundersame Klänge aus Weißrussland.

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Tenor Absalom Reichardt von YeoMen nahm gleich zu Beginn direkten Kontakt zum Publikum auf.

Quelle: Manfred Schubert

Marburg. Schönstes Maiwetter und erstklassige Vokalensembles boten beste Voraussetzungen für eine gelungene Jubiläumsauflage. 900 begeisterte Besucher erlebten das vom KFZ präsentierte 25. Internationale A-cappella-Festival „Nacht der Stimmen“. Neben wunderbaren und teils sehr ungewöhnlichen Gesangs- und Stimmdarbietungen gab es für das bestens aufgelegte Publikum auch viel zu Lachen, wie bei der zum zweiten Mal bei dem Festival auftretenden Berliner Gruppe YeoMen, die das Publikum von Anfang an einbezog und zum Mitmachen animierte.

„Bei uns ist nichts durchchoreografiert, wir wissen auch nicht, was wir ansagen, bei uns kann es anstrengend und verstörend werden“, warnte Tenor Absalom Reichardt, der zu Beginn durchs Auditorium gerannt war und einige Bananen verschenkt hatte. Die Weltrekordhalter im Nonstop-Techno-a-cappella 
(sechs Stunden und eine Minute) coverten gekonnt Rammsteins „Engel“, schreckten aber auch nicht vor deutschen Schlagern wie Dschingis Khans „Moskau“ samt akrobatischer Kosakentanz-Einlage zurück. Eigenkompositionen wie „Bäm“ oder der ADHS-Song „Gebt dem Kind ne Bassdrum“ kamen ebenfalls bestens an.

Bereits zum 25. Mal organisierte das KFZ Marburg auf der Schlossparkbühne die "Nacht der Stimmen", wo verschiedene Vokalensembles für musikalischen Hochgenuss sorgten.

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Ein Kontrastprogramm dazu boten die drei Frauen und drei Männer von Camerata aus Weißrussland. Die ebenfalls zum zweiten Mal bei der Nacht der Stimmen vertretene Gruppe, alles studierte Musiker und Mitglieder der weißrussischen Philharmonie in Minsk, schuf verblüffende und wunderbare Klangwelten. Sie verknüpften unterschiedlichste Instrumentalklänge ebenso wie Naturgeräusche zu kunstvollen Kompositionen, Elemente von Jazz bis zu slawischer Folklore einbeziehend. Sphärische Gesänge von betörender Schönheit wechselten mit rhythmischen Teilen. So stellte Camerata einen afrikanischen Tag von Sonnenauf- bis -untergang dar. Zur Zugabe „An der schönen, blauen Donau“ begann ein älteres Paar, etwas abseits, 
den Walzer zu tanzen.

Genauso vielfältig im Repertoire präsentierte sich die zweite­ 
Berliner Gruppe, Delta Q. Auch bei diesem Quartett kam der Spaß nicht zu kurz. So hatten sie witzige Medleys aus Teilen von Liedern zu Themen wie Farben oder Zahlen zusammengestellt, aber auch das eigene gesellschaftskritische Stück „Relativ“ war mit Humor gewürzt. Das hohe gesangliche Niveau stach unter anderem bei Coversongs weiblicher Sängerinnen heraus. Das Stück „Chandelier“ von Sia boten die vier Männer in einer überzeugenden Adaption dar, wobei Countertenor Sebastian Hengst als Solist glänzte.

Eröffnet hatte die 25. „Nacht der Stimmen“ The Ladies Voice, bestehend aus drei Sängerinnen aus Marburg und einer aus der Schwalm, mit swingenden Jazztiteln aus den 1910er- bis 1950er-Jahren im Stil der Andrew Sisters wie „Mr. Sandman“ und „Sentimental Journey“. Den Publikumswunsch nach einer Zugabe erfüllte das Quartett mit „Thank you for the music“ von Abba.

von Manfred Schubert

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