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Wuchtiger Beat und bildhafte Sprache

Mine aus Mainz Wuchtiger Beat und bildhafte Sprache

Jasmin Stocker alias Mine ist eine vielseitige Künstlerin: Mit viel Experimentierfreude und Kreativität vereint die Mainzer Liedermacherin Elemente verschiedener Stilrichtungen. So auch am vergangenen Samstag im KFZ.

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Die Liedermacherin Mine (Mitte) und ihre Bandkollegen (von links) Sebastian Kraus, Vroni Fischer, Martin Haller und Jolly Reinig.

Quelle: Björn-Uwe Klein

Marburg. Die Blicke zur Bühne gerichtet, warten rund 120 Besucher auf den Moment, in dem Mine hervortritt. Ihre Band, mit der sie zurzeit durch Deutschland tourt, hat bereits an den Instrumenten Platz genommen. Die Spannung steigt.

Soeben hat die Vorgruppe „Brothers of Santa Claus“ aus Freiburg für den gelungenen Auftakt gesorgt: Mit Auszügen aus ihrem neuen Album „Navigation“, in dem sie Themen aus dem Alltag aufgreift, etwa den Willen, sich dem Druck der gesellschaftlichen Beschleunigung zu entziehen. Den eigenen Rhythmus im Leben zu finden, dieser Aspekt spielt auch in Mines Liedern eine wichtige Rolle. Und da erscheint sie: Die Mittzwanzigerin mit der glatten Ponyfrisur trägt an diesem Abend eine Schirmkappe, Marke Street Hippies. Munter schreitet sie ans Mikrofon und legt los.

„Anker“ heißt das erste Lied, das sie in Begleitung ihrer Band darbietet. Wuchtiger Beat, bildhafte Sprache: „Ich kann das Land nicht sehen, ich kann das Land nicht hören, Zieh den Anker aus dem Sumpf“, heißt es darin. Es sind Bilder wie diese, mit denen Mine dem Publikum Gefühlswelten zugänglich macht. Das kann sie gut. Und sie tut es nicht auf die dick aufgetragene Art, sondern eher dezent - dezent und deutlich zugleich. Sich selbst nimmt die Liedermacherin dabei nicht in Schutz. Überhaupt zeigt sie, dass sie auch über sich selbst lachen kann. Und genau das macht sie sympathisch. „Ich bin schwierig“, bekennt sie schmunzelnd, als sie die Besucher auf das Lied „Mein Freund“ einstimmt. Es handelt vom absehbaren Ende einer Beziehung. Ums Verliebtsein geht es in dem Lied „Du scheinst“. Begeisterungsstürme branden nach dem Lied „Hinterher“ auf, in dem es um die Suche nach dem Glück geht.

„Ich merke, ihr seid musikalisch veranlagt“, sagt Mine an die Adresse der Besucher, von denen viele in ihrem Alter sind. Sie fügt hinzu: „Das ist gut, wenn man ein kompetentes Publikum hat.“ Nicht nur gesanglich, sondern auch an Piano, Autoharp und Omnichord überzeugt die Liedermacherin im Zusammenspiel mit ihren Bandkollegen Martin Haller (Gitarre, Vocals, Syntheziser), Vroni Fischer (Bass, Gesang), Jolly Reinig (Violine, Bratsche, Vibraphone, Gesang) und Sebastian Kraus (Akkordeon, Schlagzeug).

Die Musiker bewegen sich nicht in einem festgelegten Genre, sondern vereinen Einflüsse verschiedener Stilrichtungen: Beispielsweise des Jazz, Hiphop, Pop und Folk. Mine und ihre Band verabschieden sich nicht ohne zwei Zugaben. Zahlreiche Konzertgäste stehen anschließend Schlange, um sich ein Autogramm zu sichern.

von Björn-Uwe Klein

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