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„Wolcum!“ begrüßt Weihnachten

Kurhessische Kantorei „Wolcum!“ begrüßt Weihnachten

Die Kurhessische Kantorei gibt am Samstag ab 18 Uhr in der Lutherischen Pfarrkirche als letzter der vier großen Marburger Chöre ihr traditionelles Weihnachtskonzert.

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Mit Werken von Benjamin Britten hält die Kurhessische Kantorei am Samstag Einzug in die Pfarrkirche.

Quelle: Andy Alexander

Marburg. Es wirkt bekannt und fremd zugleich: mit „Wolcum!“ hat die Kurhessische Kantorei ihr Konzert vor Weihnachten überschrieben. „Wolcum!“ ist altenglisch und bedeutet „Willkommen“. Die altenglische Sprache spielt eine zentrale Rolle in dem Konzert. Zu hören ist virtuose Chormusik von Benjamin Britten (1913 – 1976). In seiner „Ceremony of carols“ verarbeitete Britten altenglische Texte aus dem 16. und 17. Jahrhundert.

„Die Choristen hatten ganz schön zu knabbern, um die authentische Aussprache der alten Worte hinzubekommen“, erläutert Kantoreileiter Uwe Maibaum. Für die Zuhörer ist das kein Problem: Sie sollen im alten Gewand die bis heute geliebten Weihnachtsmotive erkennen und manch neues Bild in musikalischen Farben finden. So still „wie Tau im April“ kommt Jesus zur Welt, seine Mutter Maria ist als Rose in lyrischen Tönen
gemalt. Die Harfe als Solo­instrument hat neben dem fast a cappella singenden Chor eine tragende Rolle.

Auch mit „Rejoice in the lamb“ greift Britten altenglische Lyrik auf. Der Dichter Christopher Smart galt als geisteskrank und schuf in der Anstalt große Poesie. Sogar seinen Kater Geoffrey und eine mutige Maus lässt er musikalisch zu Wort kommen, um Gott zu lobpreisen. Auszüge der Texte werden in dem klangvollen Altenglisch rezitiert von dem Lehrer Andreas Zühl.

Flüchtlinge werden das Konzert besuchen

„Weihnachten als Fest, wo wir willkommen sagen und uns auf Gottes Sohn freuen“ – damit wollen Maibaum und die Sänger der Kantorei noch mehr verbinden. Sie erschaffen eine musikalisch-mediale Inszenierung aus Texten und Bildern, die das musikalische Erleben thematisch erweitern. Denn auf der Flucht sind heute Millionen von Menschen, suchend nach Herberge wie die Jesusfamilie in Beth­lehem. Das Konzert wird einen Beitrag zugunsten der Flüchtlingsarbeit des Diakonischen Werkes Oberhessen leisten.

Erwartet werden zu dem Konzert rund 50 Flüchtlinge aus Syrien und anderen Ländern, die im Landkreis Marburg-Biedenkopf leben und vom Diakonischen Werk betreut werden, sagte Almuth Westecker, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit der Kurhessischen Kantorei.

Die Fotos, die während des Konzertes gezeigt werden, stammen von dem 27-jährigen italienischen Fotografen Giulio Magnifico aus Udine. Der „Spiegel“ hatte jüngst eine Reportage von Magnifico mit Bildern aus Flüchtlingslagern veröffentlicht. Die Kurhessische Kantorei wandte sich daraufhin an den Fotografen, der seine Schwarz-Weiß-Porträts aus Lagern in Lampedusa und von der syrisch-türkischen Grenze ohne Zögern zur Verfügung stellte.
Ausführende sind Kayoung Lee (Harmonium und Klavier), Maria Graf (Harfe), Christine Reinhardt (Schauspiel), Giulio Magnifico (Fotographie) und die Kurhessische Kantorei Marburg unter der Leitung von Uwe Maibaum.

von unseren Redakteuren

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