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Wohlfühlmusik mit Fußwipp-Garantie

Konzert Wohlfühlmusik mit Fußwipp-Garantie

Jazz vom Feinsten präsentierte das Diknu Schneeberger Trio am Mittwochabend im vollbesetzten Kulturladen KFZ. Die Band spielte auf Einladung der Sparkasse, die das 25-jährige Jubiläum ihrer Kulturstiftung feierte.

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Die drei hatten es wirklich drauf: Das Diknu Schneeberger Trio spielte im KFZ quirligen Gypsy-Jazz.Foto: Bettina Preussner

Marburg. Der Eintritt zu dem Konzert war frei, jeder der rund 170 Konzertbesucher bekam sogar noch ein Getränk spendiert. Denn es gab etwas zu feiern: Seit 25 Jahren fördert die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen zusammen mit der Sparkasse Marburg-Biedenkopf kulturelle Veranstaltungen im Landkreis. Seit 25 Jahren unterstützen die Sparkassen und die Kulturstiftung unter anderem den Kabarettherbst und die Nacht der Stimmen, die das KFZ jedes Jahr organisiert.

Andreas Bartsch, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Marburg-Biedenkopf, begrüßte die Gäste und lobte die gute Zusammenarbeit mit dem KFZ. „Wir unterstützen Ihre Arbeit weiterhin gerne“, betonte er.

Dann trat das Diknu Schneeberger Trio auf die Bühne, und die Begeisterung war groß. Von Anfang an sorgte die renommierte Jazzband für allerbeste Stimmung und bestach mit ihrem meisterhaften Spiel. Allen voran überzeugte der Namensgeber der Band, der erst 24 Jahre alte Diknu Schneeberger. Der junge Gitarrist ist trotz seines Alters ein wirklicher Ausnahmemusiker. Er spielte mit solcher Virtuosität, dass man nur staunen konnte - kein Zögern, keine Unsicherheit, nur völlige Konzentration und überschäumende Spielfreude.

Vater und Sohn ergänzen sich bestens

Sein Vater Joschi Schneeberger am Kontrabass stand ihm in nichts nach, er war der seelenruhige Gegenpart zu seinem Sohn. Stetig und zuverlässig zupfte der Profimusiker das mächtige Instrument und legte den Grund für die Musik der Band. Der dritte im Bunde, der Gitarrist Martin Spitzer, brauchte sich auch nicht zu verstecken. Er war ebenfalls ein Meister auf seinem Instrument, wie er in Solopartien bewies. Zusammen bildeten die drei Musiker eine perfekte Einheit, die einen herrlichen Sound kreierte: mitreißenden Gypsy-Jazz mit Temperament und Tiefgang, facettenreiche Wohlfühlmusik zum Träumen und Entspannen.

Die drei scheinen Fans des Jazzmusikers Django Reinhardt zu sein, denn etliche der Stücke stammten von ihm. Django Reinhardt gilt als der Urvater des Gypsy-Jazz. Richtig Tempo machten die Musiker mit einem solchen Stück von Reinhardt.

Mit unglaublicher Geschwindigkeit und Präzision spielten sie ihre Instrumente, und im Publikum saß bald niemand mehr still: Überall wippten die Fußspitzen, und die Köpfe nickten dazu. Die ruhigen Balladen von Reinhardt spielten die drei mit viel Feingefühl, vor allem Diknu überraschte immer wieder mit gekonnten Improvisationen auf der Gitarre. Aber auch Eigenkompositionen der Bandmitglieder waren im Programm. So hatte Vater Joschi ein wunderbar verträumtes Stück für sein Enkelkind geschrieben, Diknu Schneeberger steuerte ein romantisches Liebeslied für seine Freundin Nina bei. Schließlich erklang noch der eine oder andere Walzer, eine musikalische Verbeugung vor Wien, der Heimatstadt der Schneebergers.

Am Schluss gab es stürmischen Beifall. Erst nach zwei Zugaben durften die Musiker die Bühne verlassen.

Von Bettina Preussner

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