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Witzige Show mit Lichtgestalten

A-cappella-Comedy-Band „LaLeLu“ Witzige Show mit Lichtgestalten

„LaLeLu“ hört sich nach einem Kinderlied an. Dahinter verbergen sich vier Hamburger, die seit 20 Jahren auf der Bühne 
stehen.

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Frank Valet (von links), Sanna Nyman, Jan Mälzer und Tobias Hanf sind das Hamburger A-cappella-Quartett „LaLeLu“.

Quelle: Benjamin Kaiser

Marburg. „Das Ganze war meine Idee. Viele wissen nicht, dass die Fans wegen mir hier sind“, trällert Jan Mälzer.

Während seine drei Kollegen von „LaLeLu“ noch hinten warten, hat sich Mälzer schon auf die Waggonhallen-Bühne geschlichen, um sich als graue Eminenz hinter dem Banderfolg ins rechte Licht zu rücken. In den darauffolgenden Minuten tun es ihm Tobias Hanf, Sanna Nyman und Frank Valet gleich.

„Die meisten ahnen schon, dass die Frauen und Männer hinter mir her sind“, singt Hanf und versucht, dabei ernst zu bleiben. Band-interne Kleinkriege auf der Bühne. Natürlich nur aus Spaß. Den haben „LaLeLu“ nämlich, und den bereiten sie auch den 210 Zuschauern in der Waggonhalle.

Band lebt aus dem Koffer

Wer 20 Jahre auf den Bühnen der Republik steht, der hat einiges zu berichten. Seit 1995 existiert die Hamburger A-cappella-Comedy-Band in mittlerweile etwas anderer Besetzung als noch vor 20 Jahren. In dieser Zeit hat sich einiges an humoristischen Musikstücken angesammelt.

Das Beste davon hat das Hamburger Quartett in einem Jubiläumsprogramm zusammengefasst, mit dem sie seit April durch Deutschland touren. Apropos touren. Laut Sanna Nyman hat die Band rund 120 Auftritte pro Jahr. „Wir verbringen viel Zeit unterwegs, leben oft aus dem Koffer und hängen häufiger an Bahnhöfen fest“, verrät sie mit charmantem Lächeln.

Not und Langeweile machen anscheinend erfinderisch: Die Mikrofone an Reisekoffern festgezurrt, steigern sich „LaLeLu“ in einen Trommelwahn, der zur wilden Tanzorgie ausartet. Es ist ein Stück, das den Geist von „LaLeLu“ bestens widerspiegelt.

Die Band kommt ohne Instrumente aus, erzeugt selbst Instrumentalstücke mit dem Mund und bedient sich bei bekannten Melodien, zu denen sie aberwitzige Texte erfindet. Vor allem Schlagermusik nimmt das Quartett zielsicher aufs Korn, bietet sie doch eine große Angriffsfläche. Unter anderem wird Peter Maffays „Es war 
Sommer“ ordentlich verhackstückt.

„Ja gut 
äääh“ – der Kaiser mischt mit

Geburtstage erfordern besondere Gäste. Das Quartett hat kurzerhand Pop-Sänger Enrique Iglesias nach Marburg geholt. Bereits der Anblick von Jan Mälzer im Iglesias-Outfit lässt das Publikum in allgemeines Gekicher ausbrechen.

Als „Iglesias“ dann zu singen beginnt, schlägt das Gekicher in ungezügeltes Gejohle um. Mälzer gibt sich als Fahrlehrer aus, der mit Iglesias-Stimme den Besserwisser hinterm Steuer mimt. „I can be your hero, baby“ wird zu „Willst Du nicht mal starten, Alter? Grüner wird es nicht!“

Auch andere Promis stehen beim Jubiläumsprogramm auf der Gästeliste. Denn Tobias Hanf brilliert nicht nur als Bassist, sondern auch als Stimmenimitator. Egal, ob Dialekt oder Akzent, Hanf hat ihn drauf. So zieht er Angela Merkel, Marcel Reich-Ranicki, Boris Becker und Franz Beckenbauer – „Ja gut 
äääh, mit Lichtgestalten kenne ich mich aus“ – sowie ein Dutzend weitere bekannte Persönlichkeiten durch den Kakao. Und lachende Zuschauer wischen sich die Tränen aus den Augen.

von Benjamin Kaiser

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