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Witz, Ironie und A Cappella vom Feinsten

Wise Guys Witz, Ironie und A Cappella vom Feinsten

Fast von Anfang hielt es die Besucher nicht auf den Stühlen. Begeistert feierten sie die Wise Guys auf ihrer Jubiläums- und zugleich Abschiedstournee.

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Zeichen der Vielfalt

Die Wise Guys begeisterten mit A-Cappella-Gesang vom Feinsten, mit witzig-ironischen und geistreichen Texten, gelungenen Arrangements und einer tollen Choreographie.

Quelle: Manfred Schubert

Marburg. So eine Stimmung hat das Erwin-Piscator-Haus selten erlebt. Von Anfang an herrschte beste Laune im voll besetzten Saal. Schon beim zweiten Lied, „Mädchen lach doch mal!“ stand die Hälfte des Publikums auf, klatschte begeistert mit und jubelte. Am Ende saß dann so gut wie niemand mehr.

Mit A-Cappella-Gesang vom Feinsten, mit witzig-ironischen und geistreichen Texten, gelungenen Arrangements und tollen Choreographien begeistert das Quintett seit 25 Jahren eine Fangemeinde, die stetig gewachsen ist.
Im Februar hatte die Gruppe bekannt gegeben, sich im Sommer 2017 zu trennen. Wie nahe­zu überall, waren auch die beiden letzten Konzerte in Marburg am Freitag und Samstagabend seit Monaten ausverkauft. Einige Fans kamen sogar an beiden Abenden, und manche hatten auch das Kinderlieder-Konzert im Gemeindehaus St. Peter und Paul am Nachmittag besucht.

Allerdings waren auch am Abend sehr viele Kinder unter dem alle Altersklassen umfassenden Publikum. Zwar blickten sie sich manchmal ratsuchend um, wenn sie nicht verstanden hatten, warum die Erwachsenen an einer der vielen spöttischen Textstellen lachten, oder fragten die Eltern. Einen Riesenspaß hatten sie dennoch an den auch musikalisch und optisch absolut mitreißenden Darbietungen.

Fast von Anfang hielt es die Besucher nicht auf den Stühlen. Begeistert feierten sie die Wise Guys auf ihrer Jubiläums- und zugleich Abschiedstournee.

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Beispielsweise dürften sie mit „Schiller“ nicht so viel anfangen können, aber die Zombie-Show zur Musik von Michael Jacksons „Thriller“ war schon allein unterhaltsam genug. Bei vielen Liedern stellten die Besucher ihre Textkenntnis lauthals mitsingend unter Beweis. So bei „Deutsche Bahn“, mittlerweile ein Klassiker, mit dem sich Zugreisende schon über so manches Ärgernis hinweggetröstet haben dürften. Neben flotten Popsongs und spaßigen Stücken waren unter dem „Besten aus 25 Jahren“ – die Abschieds- ist zugleich auch Jubiläumstour – auch sehr schöne, ruhige Balladen, bei denen das Publikum andächtig lauschte und sogar Taschentücher von der Bühne in die erste Reihe gereicht wurden, da einer Zuhörerin die Tränen über die Wangen liefen.

Gesellschaftskritik kommt bei den Wise Guys auch nicht zu kurz. Auch wenn sie noch kein Lied zur Trump-Wahl geschrieben haben, ließ sich Mitbegründer Daniel „Dän“ Dickopf den Kommentar nicht nehmen: „Am Dienstag vergangener Woche ist klar geworden, dass die Welt endgültig verrückt geworden ist. Die USA haben einen Präsidenten gewählt, den man eigentlich nicht mal dem HSV als Präsidenten gönnen würde.“ Nach mehr als zweieinhalb Stunden und mehreren gefeierten Zugaben warteten viele Fans noch eine halbe Stunde lang, bis die fünf sich umgezogen hatten, im Foyer noch eine kleine Hommage an die Comedian Harmonists ohne Mikrofon und Verstärker sangen und dann Autogramme verteilten.

von Manfred Schubert

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