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Wissen für alle - ein Jahrhundertprojekt

Foto Marburg und die Deutsche Digitale Bibliothek Wissen für alle - ein Jahrhundertprojekt

Die Deutsche Digitale Bibliothek ist ein Mammutprojekt der deutschen Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen. Sie greift in großem Umfang auf Marburger Bilder zurück.

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Diese Ansicht des Bamberger Doms ist eines von rund zwei Millionen Fotos von Kunst- und Bauwerken im Bestand des Bildarchivs Foto Marburg.

Quelle: Foto Marburg / Uwe Gaasch

Marburg. Der Startschuss für die Deutsche Digitale Bibliothek (DDB) ist gefallen: Die DDB ist ein gemeinsames Internetportal der Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen in Deutschland. Die erste Version des Jahrhundertprojekts wurde Ende November freigeschaltet. Jeder kann seither unter der Internet-Adresse www.deutsche-digitale-bibliothek.de in dem Bestand nach Büchern, Bildern, Filmen, Noten, Musikstücken und anderen Archivalien suchen. Im kommenden Jahr soll der Regelbetrieb starten.

Das Angebot ist schon jetzt enorm: 5,6 Millionen Datensätze von 90 Einrichtungen sind zugänglich gemacht worden. Das große Ziel ist es, alle Kunst- und Wissenschaftseinrichtungen zu vernetzen und in die europäische digitale Bibliothek Europeana zu integrieren, betont DDB-Vorstandssprecher Hermann Parzinger. Er spricht von einer „wirklichen Demokratisierung von Kunst und Kultur“.

Ein großer „Daten-Lieferant“ ist das Bildarchiv Foto Marburg mit seinem außerordentlich umfangreichen Bildbestand von rund zwei Millionen Fotos von Kunst- und Bauwerken aller europäischen Länder. „Wir haben Fotos in großem Umfang digitalisiert“, sagt Dr. Christian Bracht, Direktor des Marburger Bildarchivs, das in seiner Form als Universitäts-Einrichtung in Deutschland ein Alleinstellungsmerkmal hat. Vergleichbare Einrichtungen in Deutschland mit einem ähnlich großén Bildbestand sind die Deutsche Fotothek in Dresden und das Rheinische Bildarchiv in Köln.

750000 Bilder von rund 350000 Kunst- und Bauwerken hat die DDB nach Angaben Brachts bereits vom Bildarchiv Foto Marburg abgerufen und als eigenständige Objekte bereitgestellt.

Es ist erst der Anfang, zumal Foto Marburg heute gemeinsam mit dem Institut Mathildenhöhe in Darmstadt ein weiteres, wissenschaftlich-kulturelles Großprojekt vorstellt: die EU-Initiative Partage Plus zur Digitalisierung von Jugendstilwerken.

Diese von Foto Marburg bereitgestellten Bilder gehen direkt in die virtuelle europäische Bibliothek Europeana. Wie ihr deutsches Gegenstück DDB will die 2008 online gegangene Europeana das wissenschaftliche und kulturelle Erbe Europas von der Vor- und Frühgeschichte bis in die Gegenwart in Form von Bild-, Text-, Ton- und Video-Dateien einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen.

Für dieses EU-Projekt haben die Marburger Bild- und Kunstexperten unter anderem gemeinsam mit dem Deutschen Museumsbund und dem kalifornischen Getty-Research-Institute eigens das Dateiformat LIDO entwickelt, das den Austausch von digitalen Daten erleichtern und verbessern soll. Für Foto Marburg und seine 35 Mitarbeiter sind sowohl das EU-Projekt als auch die Deutsche Digitale Bibliothek von enormer Bedeutung, weil diese Projekte nach Ansicht von Direktor Bracht die „international wichtige Position“ der Marburger Einrichtung stärken.

Der Wert für die breite Öffentlichkeit ist schon heute enorm. Sowohl die DDB als auch Europeana ermöglichen allen Interessierten den freien Zugang zu dem kulturellen Erbe der Menschheit.

von Uwe Badouin und unserer Agentur

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