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„Wir sind eben ein Haufen, der gerne spielt“

MinD-Spielepreis „Wir sind eben ein Haufen, der gerne spielt“

In der Marburger Spielebrücke verlieh der Hochbegabten-Verein „Mensa in Deutschland“ am Wochenende seinen Spielepreis. Er ging an das Rollenspiel „Village“.

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Markus Brand (von links),Inka Brand und Matthias Wagner freuen sich über die Auszeichnungen.Foto: Wiebke Hoffmann

Marburg. Bereits zum fünften Mal und zum dritten Mal in Marburg vergaben die Spiele begeisterten Mitglieder von „Mensa in Deutschland“ den „MinD-Spielepreis“. Sie kürten das Rollenspiel „Village“ aus dem Verlag „Eggertspiele“ zu ihrem Spiel des Jahres. Die Erfinder Inka und Markus Brand nahmen die Auszeichnung am Samstag in den Räumen des Vereins Spielebrücke entgegen.

„Zum ersten Mal hat ein komplexes Spiel den Spielepreis gewonnen“, erklärt Jochen Tierbach von MinD. Bisher hätten immer die kürzeren Spiele das Rennen gemacht. Für den Spielepreis hatten alle Mitglieder des Vereins die Möglichkeit ihr Lieblingsspiel zu nominieren, das in den letzten fünf Jahren in Deutschland erschienen sein musste. Zur Wahl standen Spiele, die das Potential haben Generationen zu verbinden und keine reinen Wissens- und Glücksspiele sind.

Spannung, Spiel und Spaß auf hohem Niveau müsse geboten werden, um die hochbegabten Spielefreunde überzeugen zu können und eine Chance auf den „MinD-Spielepreis“ zu haben. All diese Kriterien scheint „Village“ zu erfüllen. Es sei intellektuell anspruchsvoll und biete strategische und kombinatorische Herausforderungen, so Thierbach. Die Spieler schlüpfen in die Rollen von Familien eines mittelalterlichen Dorfes. Der Spieler lenkt die Geschicke seiner Familie über Generationen hinweg. Spieleautorin Inka Brand erzählt, sie sei durch ihre Vorliebe für Mittelalterromane zu diesem Spiel inspiriert worden. Bis zum Prototyp habe die Entwicklung drei Wochen gedauert, danach ging es in die langwierige Phase des Testens.

Bei den Mensanern kommt dieses Spiel sehr gut an, berichtet Jochen Tierbach. Es sei bereits im Jahr 2012 mit dem „Mensa Preference“, dem Schweizer Pendant des MinD-Preises, ausgezeichnet worden. Tierbach freut sich über die Rekordbeteiligung bei der Abstimmung. „Wir sind eben ein Haufen, der gerne spielt“, so Tierbach weiter.

Neben der Kategorie „Spielepreis“ wurde auch der „Spieletipp“ verliehen, der von einer sechsköpfigen Jury vergeben wurde. Die Auszeichnung ging an das Kartenspiel „Hanabi“ von Antoine Bauza. Matthias Wagner vom Verlag „Abacus Spiele“ nahm stellvertretend für den französischen Erfinder, die Urkunde entgegen. „Hanabi“ ist offenbar der Hit, schließlich ging der Kritikerpreis „Spiel des Jahres“ ebenfalls an dieses ungewöhnliche Kartenspiel, bei dem die Spieler ihre Karten „falsch herum“ in der Hand halten und nur durch Tipps von Mitspielern das eigene Blatt ermitteln dürfen.

von Wiebke Hoffmann

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