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Wilde „Worscht“ und Mädchenrock

Emergenza-Festival im KFZ Wilde „Worscht“ und Mädchenrock

Treibender Punk, brüllender Heavy-Metal und bezaubernder Blümchenrock: Welch wahnsinnige Bandbreite heimische Bands haben, zeigte sich Freitagabend beim Emergenza-Festival im KFZ.

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Die Kirchhainer Kombo „The Flims“ überzeugte mit ohrwurmverdächtigen Songs.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Der Bass wummert. Die Gitarren kreischen. Die Haare fliegen. Jeansbejackte junge Männer schütteln ihre wilden Mähnen im Takt – ohne Rücksicht auf den bevorstehenden Nackenmuskelkater. Bei den Fans von „Granny ­Meat Stone Shit“ zählt nur eins: „Pommesgabel“ in die Luft recken und abrocken.

Die Hinterländer geben ordentlich Gas, Frontmann Boris „Granny“ Przewlocka singt leidenschaftlich ins Megafon und aus der hinteren Reihe brüllt jemand lautstark „Worscht“. Das bezieht sich wohl auf einen Song, den Schlagzeuger und Metzgermeister Martin „Meat“ Seitz seinem Handwerk gewidmet hat.

„Granny Meat Stone Shit“ ist an diesem Abend eine von acht Bands, die um ein Ticket für einen Auftritt in der nächsten Runde des Emergenza-Festivals kämpfen. Die musikalische Bandbreite ist riesig: Von Punk über Heavy Metal bis Hip-Hop ist alles dabei. Und erfreulicherweise zeigt sich wieder einmal, wie viel musikalisches Potenzial im Landkreis steckt. Wie zum Beispiel in „The Flims“ aus Kirchhain.

Treibender Punk, brüllender Heavy-Metal und bezaubernder Blümchenrock: Welch wahnsinnige Bandbreite heimische Bands haben, zeigte sich Freitagabend beim Emergenza-Festival im Kfz.

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Es ist der zweite Auftritt in ihrer noch jungen Bandgeschichte. Doch das merkt man den vier Jungs nicht an. Völlig souverän erobern sie die Bühne – und vor allem die Herzen der weiblichen Besucher. „Kein Wunder, wir machen ja auch charmanten Mädchenrock“, sagt Sänger Jan Bierwirth und lacht. Schon nach wenigen Takten tanzt die bunte Meute mit glückseligen Gesichtern.

Die Songs der vier Schulfreunde sind ohrwurmverdächtig. Der Fanblock hüpft, singt fröhlich und inbrünstig mit. Ein bisschen hören sich „The Flims“ an wie berauschte Britpopper: Hell und klar hallt das Echo der Gitarren durchs KFZ, der treibende Beat schießt in die Füße, Bierwirths charismatische Stimme fordert „Come home“. Die perfekte Musik, um über eine Blumenwiese zu joggen.

„Die Jungs waren super“, bestätigt Sebastian Blanke, vom Tanzen noch etwas außer Atem. Der 20-jährige Sänger des „Bazouka-Groove Club“ hat mit seinen Bandkollegen vor der Bühne ordentlich mitgefeiert. Dabei haben sich die Marburger Jungs kurz zuvor noch selbst auf der Bühne stehend völlig verausgabt.

Blanke schreit sich Seele aus dem Leib

Die junge Kombo tritt an diesem Abend erst zum dritten Mal auf, von Nervosität aber keine Spur. Die Fünf lassen es in bester „Kraftklub“-Manier krachen. Wie ein Tornado brechen sie über das Publikum herein. Energiegeladene Riffs treffen auf gewaltige Beats.

Schon beim ersten Song „Schutzlos“ gehen sie völlig aus sich heraus. Frontmann Sebastian Blanke rappt und schreit sich die Seele aus dem Leib. Das Publikum rastet völlig aus und wählt „Bazouka-Groove Club“ souverän auf Platz eins der Abstimmung.

Auch „The Flims“, „Granny Meat Stone Shit“, „Black Jump“ und „Fuelinject“ ziehen in die nächste Runde des „Emergenza-Festivals“ ein. Achtung, Frankfurt kann sich auf was gefasst machen!

von Nadine Weigel

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