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Wilde Germanen und Fest der Kulturen

Internationaler Museumstag Wilde Germanen und Fest der Kulturen

Unter dem Motto „Sammeln verbindet“ nehmen bundesweit rund 1800 Häuser am Internationalen Museumstag am Sonntag teil. Große Veranstaltungen planen das Museum im Landgrafenschloss und die Zeiteninsel.

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Einfach märchenhaft: Das Marburger Schloss thront im morgendlichen Nebel über der Stadt. Am Sonntag wird dort ein „Fest der Kulturen“ gefeiert.

Quelle: Miriam Prüßner

Marburg. 6400 Museen gibt in in Deutschland. So viele wie in keinem anderen Land. So betont Matthias Henkel, Vorstandsmitglied des Internationalen Museumsrats Deutschland: „Wir sind das Museumsland auf der Welt schlechthin.“ Und diese große Museumslandschaft ist in Bewegung. Viele Museen lassen sich etwas einfallen, setzen auf Kinder und Jugendliche als Museumsbesucher der Zukunft.

In Marburg fällt mit dem Internationalen Museumstag gleich der Startschuss für das Themenjahr „Museen im Aufbruch“. Im Aufbruch ist ganz sicher die „Zeiteninsel“ in Argenstein: Am Samstag und Sonntag können Besucher auf dem Gelände des künftigen Freilichtmuseums Geschichte hautnah erleben: Mehr als 100 Akteure laden jeweils von 10 bis 20 Uhr zu einer spannenden Reise in die Vor- und Frühgeschichte dieser Region ein. „Reenactment“ und Archäotechnik sind Fach-Begriffe, die diese Form von historischer Präsentation umschreiben: Heutige Menschen stellen den Alltag steinzeitlicher Jäger und Ackerbauern der Jungsteinzeit, der Kelten der Eisenzeit und Germanen der römischen Kaiserzeit möglichst authentisch nach. Das ist Geschichte zum Anfassen und Begreifen. Das Fest am Wochenende bietet also einen Vorgeschmack auf das, was die Zeiteninsel einmal werden soll - ein Freilichtmuseum, das 11000 Jahre menschlicher Zivilisation und Kultur abdeckt.

Knapp 15.000 Euro beträgt der Etat für das große Fest in der Zeiteninsel, bei dem Besucher mit Steinzeitjägern, Kelten und Germanen über deren Alltag plaudern können. Allein ein Drittel dieser Summe hat die Sparkasse als Hauptsponsor zur Verfügung gestellt, 3000 Euro kommen als Ausfallbürgschaft von der Stadt Marburg.

Das ist aber nichts im Vergleich zu den Summen, die für den Aufbau des Freilichtmuseums nötig sind: Mit rund 5,3 Millionen Euro kalkuliert der Projektleiter Claus Meiritz. 4,9 Millionen davon soll das Land Hessen beisteuern, rund 400000 teilen sich die Gemeinde Weimar, der Landkreis Marburg-Biedenkopf und die Stadt Marburg, die sich stark mit dem Projekt beschäftigt, obwohl die Zeiteninsel nicht auf dem Stadtgebiet liegt. Aber das Museum könnte eine Touristenattraktion werden - für Familien, Schulen und historisch Interessierte.

Im Aufbruch sind auch die großen Marburger Universitätsmuseen: Das Kunstmuseum in der Biegenstraße ist derzeit wegen der aufwendigen Sanierung geschlossen, dafür aber rückt das Landgrafenschloss, das Marburger Wahrzeichen schlechthin, ins Zentrum. Die Potenzialstudie zum Schloss-Areal, zur Museumslandschaft und zur Stadtgeschichte vom vergangenen Jahr war Auslöser für das Themenjahr „Museen im Aufbruch“. Im Kulturhistorischen Museum der Philipps-Universität im Landgrafenschloss wird der Auftakt am Sonntag mit einem „Fest der Kulturen“ von 11 bis 19 Uhr groß gefeiert. Der Eintritt ist frei „Der Internationale Museumstag ist die erste praktische Bewährungsprobe unseres auf Jahre ausgelegten gemeinsamen Museums-Projektes“, erklärt Stadträtin Dr. Kerstin Weinbach. Und Professor Joachim Schachtner, Vizepräsident der Philipps-Universität, betont: „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, gemeinsam das beträchtliche, teilweise noch im Verborgenen schlummernde Potenzial in Zukunft besser zu nutzen.“

Am Sonntag soll das Potenzial angedeutet werden mit Führungen, Musik, Tänzen, Vorträgen und Kulinarischem. Zudem sind im Museum gleich vier Sonderausstellungen zu sehen: „Frühlingswelten - Bräuche und Feste nah und fern“ im Waldeckersaal, „Hessen hybrid. Vom Kommen und Gehen in 5 Jahrhunderten“, „Echt hessisch? - Land Leben Märchen“ und - ganz neu - „Es war einmal … Illustrierte Märchenbücher seit Ubbelohde“ im Westsaal. Die Märchebücher-Schau wurde von Museumsdirektor Dr. Christoph Otterbeck und der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Tina Bode konzipiert.

Wem das noch nicht reicht, der darf sich auf eine musikalische Weltreise im Fürstensaal und für die kleinen Besucher auf eine Märchenreise, Schatzsuche und Kunstwerkstatt freuen.

von Uwe Badouin

Das Programm zum Museumstag im Landkreis Marburg-Biedenkopf

Museum Amöneburg, Schulgasse 2: Das Museum öffnet von 14 bis 18 Uhr. Gezeigt werden die Bibliothek, die geologische Sammlung, die Marburger katholische Tracht, das Magazin mit Bodenfunden. Zudem gibt es Demonstrationen „Rund ums Ei“.

Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf: „Wie entsteht eigentlich Garn?“ heißt es von 13 bis 18 Uhr. Besucher erfahren Wissenswertes rund ums Thema und haben Gelegenheit, selbst das Spinnrad zu betätigen. Um 15.30 Uhr beginnt eine Führung durch Dauer- und Sonderausstellung.

Otto-Ubbelohde-Haus Goßfelden, Otto-Ubbelohe-Weg 30: Um 11.30 Uhr wird die Ausstellung „Gemälde Otto Ubbelohdes aus öffentlichem und Privatbesitz“ eröffnet.

Deutsches Polizei-Oldtimer-Museum, Herrmannstraße: Um 11.30 Uhr wird ein historisches Polizeifahrzeug vorgestellt. Um 14.30 Uhr singt der Männerchor „Preußen“ in originalgetreuen historischen Uniformen.

Marburger Haus der Romantik, Markt 16: 11 bis 17 Uhr geöffnet, 11 Uhr Führung durch die Ausstellung „Romantikrezeption in der Malerei: Theodor Rocholl (1854-1933) – Der Maler aus dem Reinhardswald“

Museum Altes Küsterhaus auf dem Christenberg: 14 Uhr Führung mit Besichtigung der archäologischen Ausgrabungsstätte, der Martinskirche, des Küsterhauses, Treffpunkt: am Backhaus.

Dokumentations- und Informationszentrum Stadtallendorf, Aufbauplatz 4: Um 15 Uhr Eröffnung der Ausstellung „Orte und Wege – Menschen und Schicksale. Zwangsarbeit in Nordhessen im Zweiten Weltkrieg“.

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