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Wie ein Foto - aber noch plastischer

Ausstellung "Stand der Dinge" in der Galerie Schmalfuss Wie ein Foto - aber noch plastischer

Vielseitig und sehr abwechslungsreich zeigen 74 Werke in der Galerie Schmalfuss, wie sechs Künstler mit dem traditionsreichen Genre Stillleben umgehen.

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Bei der Vernissage anwesend waren (von links) Rolf Gith (eines seiner Bilder ist im Hintergrund zu sehen), Susanne Auslender und Stefan S. Schmidt.

Quelle: Mareike Bader

Marburg. Unter den Werken findet sich auch „das teuerste Stillleben, das in Marburg gerade angeboten wird“, so Galerist Michael W. Schmalfuss über die große Arbeit von Rolf Gith im Eingangsraum.

Bis zu einem Jahr arbeitet Rolf Gith an seinen Stillleben. Auf den ersten Blick könnte man sie fast für Fotografie halten. Bei näherem Hinsehen bemerkt man erst die Striche von Eitempara und Harzöl, die der Künstler Schicht für Schicht auf Leinwand aufgetragen hat.

Je mehr man es betrachtet, desto mehr fallen die Tiefe des Bildes und das Naturalistische auf. Gith spielt in seinen Bildern mit den verschiedenen Dichten der Gegenstände und der Wahrnehmung der Stofflichkeit und des Lichts.

In seiner Eröffnungsrede hob Galerist Michael W. Schmalfuss hervor, dass Stillleben-Malerei das klassische Handwerk und Können mit schöpferischer Kreativität vereine. Das sieht man aber ebenso in den Holzskulpturen der Bildhauerin Susanne Auslender. Ihre aus Zeder- oder Lindenholz gefertigten Blumensträuße wirken mit den frischen Farben sehr lebendig und frühlingshaft. Neben Rolf Gith und Susanne Auslender war bei der Vernissage auch der von Schmalfuss als „Local Hero“ bezeichnete Stefan S. Schmidt anwesend.

Der Marburger Künstler lehrt auch als Kunstlehrer an der Elisabethschule. In der Ausstellung sind Arbeiten von ihm zu sehen, die auf den ersten Blick traditionsreiches Stillleben sind. Scheinbar vergessene Objekte finden bei ihm laut Schmalfuss zu neuem Leben. So ziehen zwei Bilder mit bestechend violetten Pflaumen in die Ecke vor der gemütlichen Sitzecke im unteren Raum der Galerie und faszinieren durch die spiegelnden Schüsseln und Teller. Als „Lob der Ordnung“ hält er Stapel von gefalteten alten Papieren oder Stoffen in seinen Bildern fest.

Statt Ölfarben verwendet Christine Reineckens Acryl, womit sie spontaner mit ihren Motiven umgehen kann. Neben ihren Bildern mit Süßigkeiten wie dem „Schneckentreffen“ mit vielen schwarzen Lakritzschnecken auf weißem Hintergrund, zeigen besonders ihre „Malpäckchen“ einen „Durst nach Farbe“, wie es Schmalfuss nannte.

Frisch auf dem Tisch zeigt Sabine Kasan private und öffentliche Esstische mit Spargel, Flusskrebsen oder einfach nur einem Wasserglas mit Blümchen, wonach die Bilder auch benannt sind. Wie Kasan oder Schmidt widmet sich auch Michael Lauterjung dem häuslichen Umfeld. In Vergrößerung stellt er scheinbar einfache Dinge wie „Zwei Zitronenscheiben“ vereinzelt und zentriert in den Fokus und kombiniert dabei Öl- und Acrylfarben, sowie Lacke, Lasuren und Kreiden.

Die Ausstellung besticht durch das hohe Niveau der Künstler. Sehr lebendig laden die Stillleben zum längeren Betrachten ein, bei dem man immer wieder Neues entdeckt.

Die Arbeiten sind bis zum 17. Mai im Steinweg 33 zu sehen. Geöffnet ist Dienstag bis Freitag von 10 bis 13 Uhr und von 15 bis 18.30 Uhr, Samstag von 10 bis 16 Uhr.

von Mareike Bader

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