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Wie Musiker mit Tönen Bilder malen

Kinderkonzert beim Konzertverein Wie Musiker mit Tönen Bilder malen

Da machten die Kleinen große Augen: Die Junge Philharmonie Marburg spielte auf Einladung des Marburger Konzertvereins am Sonntagnachmittag im Audimax nur für sie.

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Kleine Dirigentin, großes Orchester: Beim Kinderkonzert des Marburger Konzertvereins durfte ein Mädchen aus dem Publikum den Taktstock schwingen. Foto: Bettina Preussner

Marburg. Getuschel, Geplauder, Kinderlachen: Der Audimax der Philipps-Universität war gut gefüllt mit gespannten kleinen und großen Musikfreunden. Dann endlich kamen die Musikerinnen und Musiker auf die Bühne, ein großes Orchester mit allen erdenklichen Instrumenten, festlich schwarz gekleidet.

Das erste Stück, das die Junge Marburger Philharmonie intonierte, war der „Danse macabre“ von Camille Saint-Saens. „Kennt ihr Halloween?“ fragte der Moderator und Dirigent Martin Gärtner die Kinder. „Da steigen die Toten aus den Gräbern und tanzen.“ Bei Saint-Saens habe der Tod eine eigene Melodie, sagte der Dirigent und erklärte, was in der Musik ein Motiv ist. Der Totentanz sei Programm-Musik, fuhr er fort: „Das ist Bilder malen mit Tönen.“ Sehr anschaulich ließ er daraufhin das Xylophon anspielen, und schon schienen die Toten mit ihren bleichen Knochen zu klappern.

Auch sonst wurde den Kindern einiges geboten. Die Streicher „machten Wind“ mit ihren Instrumenten, und die Kinder durften die Arme dazu wiegen. Das Orchester spielte einen fröhlichen Tanz im Dreivierteltakt, und deutlich waren die schaurigen Schläge der Turmuhr um Mitternacht zu hören. Für ihr schwungvolles Spiel wurden die Musiker immer wieder mit viel Beifall belohnt.

Das zweite Stück stammte von Wassili Kalinnikow, einem hierzulande wenig bekannten russischen Komponisten der Spätromantik. Gärtner erklärte den Kindern, dass eine Sinfonie ein großes Orchesterstück sei, das aus mehreren Teilen besteht. Jede Sinfonie habe eine einprägsame, schöne Melodie, das Thema, fuhr er fort. Die Kinder durften jetzt das Thema nach singen, und das Orchester spielte dazu. Hier lernten sie auch gleich, was piano und forte bedeutet.

Wenig später erfuhren die Kinder, was romantische Musik ist, nämlich Musik „zum Schwelgen“. Und sogleich wiegte sich der Dirigent genüsslich hin und her, was die kleinen Zuschauer mit Freude nachmachten. Auch einzelne Instrumente wurden vorgestellt, so die Oboe und ihre naher Verwandter, das Englischhorn. „Das Englischhorn hat einen etwas traurigen Klang“, erklärte Gärtner, und das Orchester spielte einen melancholischen Piano-Satz aus Kalinnikows Sinfonie an. Die Kinder lauschten der leisen Musik ganz gespannt und aufmerksam.

Große Spannung herrschte auch, als der Dirigent fragte, welches Kind einmal das Orchester dirigieren wolle. Sofort meldete sich ein Mädchen aus dem Publikum und stapfte mutig nach vorne. Beherzt ergriff die Kleine den Taktstock, und nach ein paar Hinweisen gelang es ihr meisterhaft, das Orchester zu führen. Drei weitere Mädchen trauten sich ebenfalls auf die Bühne. Am Schluss gab es viel herzlichen Applaus für die vier Nachwuchs-Dirigentinnen.

von Bettina Preussner

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