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Wetter erinnert an sein Kanonissenstift

Historisches Open-Air-Festspiel Wetter erinnert an sein Kanonissenstift

Vom 14. bis zum 17. Mai wird in Wetter gefeiert: 1000 Jahre besteht das Kanonissenstift. Führungen und eine Wanderung soll es geben, Abenteuer für Kinder, Gebete, Gesänge, ein historisches Stadtfest und ein großes Festspiel.

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Wetter. Tausend Jahre ist es her, dass Almudis und Digmudis – zwei schottische Schwestern – das „Kanonissenstift“ in Wetter gegründet haben. Tausend Jahre, in denen sich in Wetter viel verändert hat. Von der klösterlichen Lebensgemeinschaft sind heute nur noch Mauerreste übrig. Die bilden während des viertägigen Festes zum Jubiläum die Kulisse für das Festspiel „Die Kanonissen“.

50 Darsteller bringen das Stück und 80 Rollen auf die Bühne des Marktplatzes. Das zu koordinieren, ziehe einem schon Schuhe und Strümpfe zusammen aus, scherzt Brunhilde Heß, die das Stück für das Jubiläum geschrieben hat und parallel auch mit den Vorbereitungen für das Festspiel zum Grenzegang beschäftigt ist.

Theaterprobe, Wetter. Foto: Tobias Hirsch

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An Christi Himmelfahrt, dem ersten Tag der Feierlichkeiten, wird die Premiere von „Die Kanonissen“ stattfinden, am Freitag und Samstag gibt es zwei weitere Vorstellungen (alle ab 21 Uhr). Vier große Szenen, die 500 Jahre umspannen, sollen Einblicke sowohl in das mittelalterliche Leben der Kanonissen wie auch das der Bevölkerung geben.

Und auch wenn natürlich die Unterhaltung im Vordergrund steht, wurde Wert darauf gelegt, dass es historisch korrekt zugeht. Stadtarchivar Hans-Uffe Boerma gab den Anstoß für das Festspiel. Er hat zum Jubiläum nun auch ein Heftchen zum Vermächtnis von Almudis und Digmudis verfasst.

„Nur durch das Stift ist Wetter eine Stadt geworden“, so Boerma. Sonst hätte der Ort nie solch eine Bedeutung bekommen. Auch die Stiftsschule spielte eine große Rolle: Im 14. Jahrhundert seien alle Pfarrer der Umgebung ehemalige Stiftsschüler gewesen, sagt der Stadtarchivar.

In der ehemaligen Stiftskirche hat heute die evangelische Gemeinde ihr Zuhause. Pfarrer Dr. Matthias Franz erzählt, vor rund anderthalb Jahren habe man mit den Überlegungen zum Jubiläum begonnen – und nachgefragt, wem denn etwas dazu einfallen würde.

Stundengebet leicht modernisiert

Wie vielen Menschen etwas eingefallen ist, das hat den Pfarrer, der die Gemeinde 2013 übernommen hat, begeistert. Entsprechend bunt und vielfältig konnte das Programm gestaltet werden. Jeder Tag steht unter einem Motto: Der „Geschichte“ des Stifts soll Rechnung getragen werden, die jüngeren Besucher bekommen „Abenteuer“ geboten, eine „Wanderung“ darf als kleine Vorübung für den Grenzegang genutzt werden und als Höhepunkt steigt dann am Sonntag das große „Fest“.

Los geht es am Donnerstag um 12 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Stiftskirche. Am Nachmittag gibt es ab 14 Uhr eine Stadtrallye für Kinder im Grundschulalter, eine historische Führung für die Erwachsenen, eine Orgelführung (17 Uhr) und das erste von drei Abendgebeten, das an das mittelalterliche Stundengebet erinnert, diese aber „vorsichtig modernisiert“.

Am Freitag organisiert der CVJM Wetter ein Abenteuerspiel für Kinder, wo sich Sieben- bis Zwölfjährige im Drachenkampf oder in der Flussquerung ohne Brücke beweisen können (ab 14 Uhr). Orgelführung, Abendgebet und eine Festspiel-Vorstellung stehen ebenfalls wieder auf dem Plan, wie auch am Samstag.

Bischof Hein kommt zum historischen Fest

Der Wanderverein hofft dann auf eine gute Witterung für die große Wanderung vom Christenberg über Mellnau nach Wetter (Abfahrt um 10 Uhr an der Stadthalle). Drei Wege sind vorgesehen: 7, 11 und 15 Kilometer lang. Ab 14 Uhr gibt es Kaffee und Kuchen an der Stiftskirche, im Anschluss eine Kirchenführung.

Der Sonntag ist dann dem historischen Fest gewidmet. Am Vormittag wird es ab 9.45 Uhr bei einem Gottesdienst mit alten Gesängen in der Kirche mittelalterlich – und Bischof Dr. Martin Hein als besonderer Gast erwartet.
Um 11 Uhr eröffnet dann Bürgermeister Kai-Uwe Spanka das Stadtfest; der Gesangverein Amönau, der Kindergarten „die Arche“ aus Wetter, die Stadtkapelle, der Kinderchor der Stiftskirche, die Trachtengruppe Oberrosphe und „Canticum Antiquum“ treten im Verlauf des Tages auf.

Der Marburger Chor gestaltet auch den Abend mit Gesängen in der Stiftskirche. Und davor gibt es noch jede Menge besondere Aktionen, von der Besteigung des Kirchturms bis hin zu einer großen Baustelle, auf der „Wetter aus Holz“ entstehen soll.

  • Alle Informationen zum Fest gibt es auf der eigens angelegten Homepage www.stiftsfest.de

von Nadja Schwarzwäller

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