Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 5 ° Regen

Navigation:
Werner Lämmerhirt beglückt seine Fans

Folk-Legende Werner Lämmerhirt beglückt seine Fans

Gitarrenguru, Folk-Ikone, Tausendsassa - so wurde Werner Lämmerhirt schon genannt. Im kleinen Café Aroma bewies er, dass all diese Attribute zutreffen.

Voriger Artikel
Marburger Fans warten auf ihren Star
Nächster Artikel
Entspannte Klänge aus Norwegen

Werner Lämmerhirt ist für viele Gitarristen ein Vorbild. Im kleinen Café Aroma präsentierte er sich gutgelaunt seinen Marburger Fans.

Quelle: Bettina Preussner

Marburg. Schön kuschelig war es am Mittwochabend im restlos ausverkauften Café Aroma im Historischen Schwanhof, in dem Werner Lämmerhirt zum Auftakt der neuen Reihe „Acoustic Lounge - Close up“ spielte. Und nah dran war man tatsächlich in dem gemütlichen Café, das unter uriger Holzbalkendecke nur 35 Sitzplätze bot.

Von Anfang an musste man Werner Lämmerhirt bewundern für die Virtuosität, mit der er die Saiten seiner Gitarre bearbeitete. Unglaublich schnell und stets sicher flogen die Finger mit den Metallplättchen dahin. Der Gitarrist und Song­writer, der seit den 60er Jahren Musik macht, gilt als Wegbereiter der Fingerstyletechnik, aber trotz all der Jahre hat er nichts von seiner Geschmeidigkeit verloren.

„Das ist das erste Konzert nach der Sommerpause“, bekannte der Künstler freimütig. „Ich habe gar nicht geübt, aber ich glaube, ich kann das.“ Und schon legte er los. Lämmerhirt ist in vielen Musikstilen zu Hause, er spielt alles von Folk über Blues bis hin zum Jazz. Mit seiner rauchigen Reibeisenstimme, die sein Markenzeichen ist, stimmte er zunächst den gefühlvollen Blues „Lass mich nicht stehen“ an.

Keine Spur von Müdigkeit

Sehr persönlich waren die Lieder, die der offene und sympathische Musiker präsentierte. Einen Gypsy-Swing mit dem Titel „Laura“ hat er seiner erwachsenen Tochter gewidmet. „Für mich ist Laura der geilste Mädchenname“, erklärte er lächelnd. Beim „Daddeln“ habe er das folgende Liebeslied „Bedingungslos“ komponiert, erzählt er weiter. Oft spiele er nur so vor sich hin, und dabei entstünden viele seiner Lieder. Das poetische Stück habe er für seine Frau geschrieben, so Lämmerhirt. Es sei im Herbst entstanden und der „Herrin des Ofens“ gewidmet, denn seine Frau liebe den Kamin in ihrem gemeinsamen Häuschen.

Von eher nachdenklicher Natur war dann der Song „Jeder kriegt die Hektik, die er will“. „Mir ist in letzter Zeit klar geworden: Man sollte es etwas langsamer angehen“, erzählte der 66-Jährige. „Ich bin nicht mehr 20.“ Deshalb sang er ganz offen: „Ich lass mich jetzt öfter treiben und schalt die Gänge sanft zurück.“

Von Müdigkeit war dennoch nichts zu spüren in dem kurzweiligen Konzert, und die Zuschauer bedankten sich mit rauschendem Beifall bei dem Künstler.

Dem Konzert mit Werner Lämmerhirt folgen im Herbst noch drei weitere in der Acoustic Lounge, jeweils um 20 Uhr im Café Aroma. Am 14. Oktober ist Melanie Dekker dort zu Gast, am 11. November Michael Lane und am 9. Dezember Cynthia Nickschas.

von Bettina Preussner

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Hier finden sie die Kommentare und Meinungen der Redakteure zu lokalen und weltpolitischen Themen sowie Glossen und augenzwinkernde Beträge. mehr