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Werner Eismann rockt das Landratsamt

Ausstellung „wusch reloaded“ Werner Eismann rockt das Landratsamt

Manche Bands wären froh, hätten sie so viele 
interessierte Zuschauer wie Werner Eismann 
bei der Eröffnung seiner Ausstellung im Foyer des Landratsamtes.

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Nicht nur Ex-Landrat Robert Fischbach hakte bei Werner Eismann nach: „Wie machen Sie das 
eigentlich?“

Quelle: Uwe Badouin

Marburg. „Es sind Bilder, die mich geradezu anspringen“, meinte Landrätin Kirstin Fründt bei der Ausstellungseröffnung. Sie frage sich: „Ist es gemalt? Ist es fotografiert? Wie kriegt man so etwas hin?“

Die Landrätin ist bei weitem nicht die einzige, die sich diese Fragen stellte. Werner Eismann wurde von Fotografen fast belagert, die ihn, wie etwa der fotografisch sehr ambitionierte Ex-Landrat Robert Fischbach, immer wieder fragen, wie er seine Bilder macht.

„Wusch reloaded“ nennt Werner Eismann seine Technik. Und die ist – zumindest theoretisch – recht einfach. Er nimmt ein Foto und bearbeitet es in Photoshop so lange, bis es bei ihm „wusch“ macht. Den vielen anwesenden Fotografen half diese Erklärung sicherlich nicht sonderlich weiter, aber „wusch“ machte 
es bei zahlreichen Besuchern.

30 großformatige Fotos zeigt Werner Eismann im Landratsamt. Es sind Hochglanzdrucke auf Alu-Dibond, die auf Acrylglas gezogen werden und dadurch den ohnehin starken Farbeffekt noch einmal betonen. „Ich stehe auf Farben“, sagt Eismann. Das sieht man den Fotos an. Knallig bunt sind sie. Leuchtendes Gelb, tiefes Blau, warmes Rot, intensives Grün – wie schillernde Regenbögen 
wirken die Motive.

Ein neues Genre

Es handelt sich um Stadtansichten aus Berlin, Frankfurt, Rom, Mallorca und Marburg, die Eismann aber extrem verfremdet. „Köln Hafen 0,5 Grad“, „Rom night nice warm 25 Grad“ oder „MR Frauenberg 16 Grad blue“ heißen die Titel. Dabei haben die Grad-Angaben nicht notwendig etwas mit den Temperaturen zu tun, bei denen die Bilder entstanden, sondern auch mit Gemütsverfassungen des Künstlers, betonte Amöneburgs Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg, der Werner Eismann gut kennt und in dessen Werk einführte.

Für Künstler aus der Gemeinde mache er dies gerne, das sei „in der Grundsteuer inklusive“, witzelte er. Nach Ansicht Richter-Plettenbergs hat Werner Eismann „ein neues Genre erschaffen“. Ob man so weit gehen 
mag, sei dahingestellt – auf 
jeden Fall beeindruckten die zugleich abstrakten und gegenständlichen Arbeiten die 
meisten Betrachter.

Eigentlich ist Werner Eismann in der Region extrem populär als Bassist der Bands „Softeis“ und „Purple“: Gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Gerhard macht der 57-Jährige gefühlt seit einer Ewigkeit Musik. Vor acht Jahren hat er ein neues Thema für sich entdeckt und sich mit großer Kreativität hineingestürzt: die Fotografie.

Zur Ausstellungseröffnung ließen sich sein Zwillingsbruder Gerhard, Sänger Ronny Moucka und Keyboarder Armin Holten nicht lange bitten und boten eine kleine Unplugged-Show mit Rock-Coverversionen von „Queen“ und „Deep Purple“.

  • Die Ausstellung ist bis zum 25. Juni zu den Öffnungszeiten des Landratsamtes zu sehen.

von Uwe Badouin

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