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Wer tötete das arme Hinkel wirklich?

Buchvorstellung Wer tötete das arme Hinkel wirklich?

Einen historischen Marburger Kriminalfall hat die Autorin Christina Bacher zur Grundlage für einen Rätselkrimi genommen, der in einem jetzt erschienenen Sammelband enthalten ist.

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Christina Bacher hat sich eine neue Lösung für den Fall Hinkel ausgedacht.Foto: privat

Marburg. Unter einer dicken Eiche am Dammelsberg wurde im Sommer 1861 die Leiche der schwangeren Dorothea Wiegand dem „Hinkel“ gefunden. Drei Jahre lang beschäftigte der Fall die Ermittler, bis sie den 24-jährigen Schuhmacher Ludwig Hilberg verurteilten. Auf dem Rabenstein wurde er am 14. Oktober 1864 durch das Schwert gerichtet.

Aber war Ludwig Hilberg wirklich der Täter? Welche Rolle spielte Maria Bald, die mit Hilberg in Haft gesessen hatte, mit ihm Flucht- und Heiratspläne geschmiedet hatte?

Christina Bacher kennt die Geschichte um den Mord am Dammelsberg gut - die gebürtige Pfälzerin hat einige Jahre in Marburg gelebt. Heute lebt und arbeitet sie in Köln, schreibt unter anderem Kinder-Krimiserie „Bolle und die Bolzplatzbande“ und ist häufig für Lesungen in der Region zu Gast.

Für ihren Rätselkrimi hat sie sich in alte Akten im Hessischen Staatsarchiv vertieft und sie zur Grundlage für eine kleine Detektivgeschichte in der Jetzt-Zeit genommen. Der Kater der jungen Polizistin Katajun Pfeffer bringt eine tote Maus nach Hause, an die jemand einen Zettel mit den Worten „Hilberg unschuldig“ gebunden hat. Bei ihren Nachforschungen findet Katajun heraus, dass sie familiäre Verbindungen zur Mordgeschichte hat - und das alles ganz anders gewesen sein könnte.

„Der Mord am Dammelsberg ist schon so geschehen, wie es überliefert wurde“, sagt Bacher. Allerdings sei Ludwig Hilberg ein kluger Kerl gewesen, der die Ermittler lange genarrt habe. Auch die Zellengenossin, die er umgarnt habe, habe es tatsächlich gegeben - den Brief mit dem Fluchtplan habe sie im Archiv in den Händen gehalten. Was sie daraus gemacht habe, sei eine fiktive Geschichte, eine Gedankenspielerei.

Der Rätselkrimi „Hinkels Mord“ ist eine von insgesamt 23 Krimigeschichten, die in ganz Deutschland, in Österreich und in der Schweiz spielen. Bei allen können die Leser nachgrübeln, wer der Täter gewesen sein könnte - und bekommen auch gleich die Auflösung präsentiert.

Sven Lang (Hrsg): SOKO Gmeiner Nr. 5: Grenzenlos ermitteln. Gmeiner Verlag, 184 Seiten, 6,99 Euro.

Von Heike Döhn

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