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Wenn die Tragödie in die Idylle platzt

Hessisches Landestheater Wenn die Tragödie in die Idylle platzt

Rainer Werner Fassbinder war ein wilder, wüster Rebell. Mit dem Drama „Warum läuft Herr R. Amok“ nach dem gleichnamigen Film von Fassbinder und Michael Fengler feiert das Landestheater am Samstag, 14. September, Premiere.

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Stefan A. Piskorz (von links), Oda Zuschneid, Ogün Derendeli, Sebastian Muskalla und Annette Müller in einer Szene aus „Warum läuft Herr R. Amok?“.Foto: Christian Buseck

Quelle: Christian Buseck

Marburg. Rainer Werner Fassbinder war ein Multitalent: Autor, Schauspieler und Regisseur in Personalunion. Anfang der wilden 1970er Jahre gelang ihm der künstlerische Durchbruch. Fortan galt er als die größte deutsche Hoffnung des Autorenfilms.

Das Hessische Landestheater Marburg hat für seine zweite Premiere in der noch jungen Spielzeit „Warum läuft Herr R. Amok?“ ausgewählt - ein Drama nach einem Film, den Fassbinder gemeinsam mit Michael Fengler 1970 inszenierte.

Die Menschen im Nachkriegsdeutschland haben sich arrangiert: Die Wirtschaft brummt. Die Nazi-Vergangenheit scheint fern. Herr R.ist ein technischer Zeichner, er ist verheiratet, hat einen Sohn. Eine Vorzeigefamilie, die fernsieht, von einem besseren Leben träumt. Alles scheint in Ordnung, bis Herr R. Amok läuft. Aber warum?

„Meldungen über einen Amoklauf in einer Schule, am Arbeitsplatz, in den heimischen Räumlichkeiten sind keine Seltenheit. Ob in Deutschland, den USA oder sonst wo auf der Welt, ein Amoklauf ist kein nationales Phänomen oder das einer Gesellschaftsschicht, eines Geschlechts oder einer Generation. Die Beweggründe sind vielfältig, häufig unbekannt und niemals nachvollziehbar“, erklärt das Hessische Landestheater.

Regisseur Christian Fries, der am Burgtheater Wien, dem Staatstheater Mainz, den Theatern Münster und Konstanz als Schauspieler tätig war und am Stadttheater Gießen inszenierte, bringt das verstörende Stück auf die Bühne. Ausstatterin Marion Eiselé präsentiert eine neutral gestaltete Bühne, Anklänge an die 70er Jahre deutet sie in ihren Kostümen an.

Das Ehepaar R. wird von Sebastian Muskalla und Oda Zuschneid gespielt. In allen weiteren Rollen sind Stefan A. Piskorz, Ogün Derendeli und Annette Müller zu sehen.

OP-Gewinner

Die OP hat zehn mal zwei Freikarten für die Premiere am Samstag, 14. September, um 19.30 Uhr auf der Bühne des Landestheaters im Theater am Schwanhof verlost. Je zwei Karten haben gewonnen:

Karin Lehmann aus Marburg, Inge Wiegand aus Münchhausen, Sigrid Willershausen aus Weimar, Ingrid Wolf aus Marburg, Reiner Ferber aus Marburg, Brigitte Reitter aus Kirchhain, Hannelore Preußer aus Bürgeln, Hilde Galler aus Marburg, Inge Schildwächter aus Hertingshausen und Monica Wachtel aus Amöneburg. Herzlichen Glückwunsch und viel Vergnügen. Die Karten liegen an der Abendkasse bereit.

Im Anschluss an die Premiere gibt es ab 22 Uhr eine Premierenfeier mit dem Musiker Konrad Kuechenmeister in der Black Box am Schwanhof 68-72. Der Eintritt ist frei. Jeder der kommen möchte, auch wenn er nicht in der Premiere „Warum läuft Herr R. Amok?“ war, ist herzlich willkommen.

„Warum läuft Herr R. Amok?“ hat am Samstag, 14. September, um 19.30 Uhr im Theater am Schwanhof Premiere. Weitere Vorstellungen sind am 17. und 25. September sowie am 5.Oktober jeweils um 19.30 Uhr. Karten sind an der Theaterkasse in der Galeria Classica erhältlich. Weitere Informationen zum Spielplan gibt es unter www.theater-marburg.de.

von Uwe Badouin

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