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Wenn das Leben am intensivsten ist

Landestheater: „Frühlings Erwachen“ Wenn das Leben am intensivsten ist

Mit „Frühlings Erwachen“ nach Frank Wedekind feiert das Hessische Landestheater am Freitagabend um 19.30 Uhr Premiere. Es soll eine „Erkundungsreise in die Zeit größter Intensität“ werden, in die Zeit der Jugend.

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Roman Pertl und Victoria Schmidt in einer Szene aus Annette Müllers Inszenierung „Frühlings Erwachen“.

Quelle: Arne Landwehr

Marburg. Die Pubertät als Kindertragödie in drei Akten: „Frühlings Erwachen“ war Frank Wedekinds (1864–1918) Erstlingswerk. Das 1890/91 verfasste Werk machte ihn nach der Uraufführung 1906 in Berlin schlagartig berühmt. Er galt forthin als Bürgerschreck.

Warum? Wedekind kritisiert die Sexualmoral seiner Zeit. Melchior und Moritz wollen endlich wissen, was es auf sich hat mit Sex – ein Wort, das man damals noch nicht kannte. Am Ende ist Moritz tot. Er hat sich erschossen. Und Wendla, die Freundin von Melchior ist schwanger. Sie stirbt bei einem Abtreibungsversuch. Eine Tragödie also. Damals. Heute aber, in Zeiten in denen auf Smartphones auf Schulhöfen Pornos ausgetauscht werden, spielt Sexualität eine ganz andere Rolle.

Warum erschießt sich Moritz?

Vieles aber ist geblieben von den Gefühl in der Pubertät. So nimmt Regisseurin Annette Müller den Text als Ausgangspunkt für „eine Erkundungsreise in diese Zeit größter Intensität, in der Euphorie und Traurigkeit, Liebe und Verachtung, Aggression und Empfindsamkeit, die Sehnsucht nach Freiheit und das Diktat der Markenartikel, die Lust am Ausprobieren und tiefe Einsamkeit so eng beieinanderliegen“.

Moritz hat sich auch in ihrer Inszenierung erschossen. Doch warum? Aus Panik vor dem Versagen in der Schule? Aus Angst vor dem Leben? Weil er ein Außenseiter war? Und welche Rolle spielt sein bester Freund Melchior? In Wedekinds Klassiker über das Jungsein werde das ganze Leben zur großen Frage. Wie damals stellten Jugendliche auch heute alles in Frage.

Es spielen Johannes Eimermacher, Ayana Goldstein, Alexander Peiler, Roman Pertl und Victoria Schmidt. Die musikalische Leitung hat Michael Lohmann.

von Uwe Badouin

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