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Wenn aus Schülern Autoren werden…

„SchreibKunst“ Wenn aus Schülern Autoren werden…

295 Seiten zählt das Buch „Der Gurkenmann und andere Geschichten“, das während des Projekts „SchreibKunst“ aus Schülerhand entstanden ist.

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Schüler, Lehrer und Autoren strahlen um die Wette: Mit dem Buch „Der Gurkenmann und andere Geschichten“ hat das Projekt SchreibKunst einen tollen Abschluss gefunden.

Quelle: Suria Reiche

Marburg. Ein weißes Blatt und ein Stift – mehr war am Anfang nicht. Viele Entwürfe, Veränderungen, Neuanfänge und zweieinhalb Jahre später ist aus dem weißen Blatt ein Buch geworden.

Auf 295 Seiten erzählen Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Ebsdorfergrund, der Hinterlandschule, der Richtsberg-Gesamtschule, der Elisabethschule Marburg, der Ricarda-Huch-Schule Gießen und der Clemens-Brentano-Europa-Schule Lollar kurze Geschichten von ihrem Leben, ihren Gefühlen, von Schmerz und Hoffnung, Familie und Freundschaft – kurzum: von dem, was sie bewegt.

Vorstellung im vollbesetzten TTZ

Alle diese Geschichten sind das Ergebnis des Projekts „SchreibKunst“ des Hessischen Kultusministeriums unter Projektleitung von Dr. Erika Schellenberger-Diederich vom Staatlichen Schulamt Marburg-Biedenkopf, bei dem renommierte Autoren gemeinsam mit 135 Schülerinnen und Schülern über eineinhalb Jahre einen intensiven literarischen Austausch pflegten, und so eine Reihe von Texten aus den Federn der Jugendlichen entstehen konnte.

67 Beiträge davon haben es in das Buch „Der Gurkenmann und andere Geschichten“ geschafft, das nun im Frankfurter Verlag Edition Faust erschienen ist. Am Dienstagabend wurde es im vollbesetzten TTZ Marburg vorgestellt.

„Dieser Abend ist der Höhepunkt eines wunderbaren Prozesses“, sagte der Marburger Poetry-Slammer Lars Ruppel, der nicht nur durch den Abend im TTZ führte, sondern auch 
einer der Autoren in der Schreibwerkstatt war. Neben ihm gehörten auch Thomas Hettche, Bernhard Kegel und Silke Scheuermann zu den Autoren, die die Teilnehmer des Projekts bei ihren Schreibprozessen begleiteten, ihnen Kritik und Anregungen gaben.

Leidenschaftliche Vorträge

„Mein Highlight des heutigen Abends hatte ich schon“, so Ruppel weiter, „nämlich als die Jugendlichen das druckfrische Buch aufgeschlagen und ihre Geschichte darin entdeckt haben.“ Der Blick in ihren Gesichtern sei unbezahlbar gewesen.

Und mindestens genauso unbezahlbar war das, was auf Grußworte und Glückwünsche folgte. Nämlich der Hauptteil des Abends, bei dem 23 der neuen hessischen Jungautorinnen und -autoren einen Teil 
ihrer Geschichten mit einer Leidenschaft vorlasen, die selbst manch renommierter Autor nicht aufweisen kann. Allen voran Nils Alexander Laubach, der mit seinem Text „Nightdawn“ die Lesung eröffnete und beendete.

Dazwischen hatten 22 weitere Mädchen und Jungen Platz, die auszugsweise aus ihren Geschichten vorlasen. Unter anderem auch Jakob Kubisch, Nicolo Arco und Tobias Heinrich, die mit „Der Gurkenmann“ das titelgebende Gedicht geliefert hatten.

Schüler verlasssen gewohnte Pfade

„Ich war sofort in den Text verliebt!“, gab Ruppel zu. Und auch Landrätin Kirsten Fründt lobte: „Ich weiß gar nicht, ob ich es schaffen würde, eine Geschichte zu schreiben.“ Das Projekt und das daraus entstandene Buch werde für die Jugendlichen immer eine wichtige Erinnerung aus ihrer Schullaufbahn bleiben.

Dem stimmte auch Tobias Meinel, Schulleiter der Elisabethschule, zu: „Normalerweise sind Schüler ja das Gegenteil vom Autor.“ Statt selbst kreativ zu schreiben, würden sie oft nur rezipieren müssen. Mit dem Projekt „SchreibKunst“ hingegen habe man erfolgreich gewohnte Pfade verlassen, waren sich die Redner sowie die Schülerinnen und Schüler einig.

  • „Der Gurkenmann und andere Geschichten. Schüler schreiben mit Autoren“, Edition Faust, 260 Seiten, 18 Euro.
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