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Wenn Kontrabässe zu Elefanten werden

Junge Marburger Philharmonie Wenn Kontrabässe zu Elefanten werden

Nicht im großen Orchester, sondern in verschie­denen kleinen Kammermusik-Ensembles präsentierten sich Mitglieder der Jungen Marburger Philharmonie dem Publikum.

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Beim Kammerkonzert in der Ockershäuser Matthäuskirche präsentierten sich kleine Ensembles der Jungen Marburger Philharmonie.

Quelle: Mareike Bader

Marburg. Acht Formationen stellten sich beim Kammerkonzert in der Ockershäuser Matthäuskirche dem Publikum vor. Dabei musizierten klassische Formationen wie ein Streichquartett oder -sextett, aber auch ungewöhnlichere Kombinationen, wie ein Duo mit Trompete und Posaune.

Besonders begeisterten Stefan Lieder und Antje Oliver mit ihren Kontrabässen die Zuhörer. Laut der Vorbemerkung des Stückes von Árni Egilsson hatten sich die beiden Musiker für die Geschichte über zwei Elefanten entschieden. Denn da hieß es, dass Elefanten „agil, talentiert, sensibel und lustig“ seien. Nach dem langsamen Start nahm das Stück immer mehr Fahrt auf. Lautmalerisch er­klangen die beiden Kontrabässe mal trampelig, mal energisch und wurden so zur Freude des Publikums zu Elefanten. Dafür gab es viel Applaus.

Sanft und mit traumhaft schönen Melodien bewies das darauf folgende Streichsextett mit Dvoráks Streichsextett A-Dur, op. 48, dass die Junge Marburger Philharmonie auf seine starken Streicher stolz sein kann.

Die Bratschistin Sigrid Kühl hatte die Idee gehabt, mal wieder ein Kammerkonzert zu veranstalten. Und das wurde gleich zum Benefizkonzert erweitert. Christian Kienel, der mit einem Klarinetten-Trio auftrat, reiste 1995 für die Diplomarbeit seines Geografie-Studiums nach Nepal. Mit einer Familie, die er dort kennengelernt hat, hält er bis heute Kontakt. Vor 17 Jahren gründete der Sohn dieser Familie eine private Schule in Katunje, östlich der Hauptstadt 
Kathmandu.

„Das Erdbeben hat dort viel zerstört“, berichtete Kiemel. Auch die Schule sei noch nicht wieder ganz hergestellt. Hierfür sammelt er in privater Initiative Spenden, auch die Erlöse des Konzerts gehen nach Nepal.

Im Rahmen des Kammerkonzertes konnten neben den Streicherformationen auch Musiker hervortreten, die sonst im Orchester nicht so sehr auffallen. So traten ein reines Hörner-Quartett oder ein Fagott-Trio auf, die mit eher volkstümlichen, aber auch kunstvolleren Klängen die Vielseitigkeit ihrer Instrumente unterstrichen.

Mit einer Bearbeitung von Haydns „Divertimento in B-Dur“ präsentierte sich ein Bläserquintett. Es brachte von der starken Oboe über die feine Flöte bis zum warmen Horn die einzelnen Instrumente wunderbar zur Geltung. Das Publikum bedankte sich am Ende mit kräftigem Applaus für das abwechslungsreiche Konzert.

von Mareike Bader

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