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Wenn Kinder Kinder bekommen

Dokumentarfilm begleitet Marburgerin Wenn Kinder Kinder bekommen

Regisseurin Cornelia Grünberg begleitet in ihrem Dokumentarfilm Teenager, die ungewollt schwanger werden. Darunter ist auch Lisa, eine ehemalige Schülerin der Richtsberg-Gesamtschule.

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Auch als Mutter darf man die Schule nicht vernachlässigen. Lisa sitzt mit ihrer Tochter Leyla im Klassenzimmer.Foto: Farbfilm

Quelle: Kinderfilm GmbH

Marburg. Schwanger mit 14 - dieser Situation sehen sich Laura, Steffi, Fabienne und Lisa ausgesetzt. Als Teenager müssen sie eine wichtige Entscheidung treffen: Wollen und sollen sie das Baby behalten?

Sensibel und ohne zu urteilen zeigt der Film was es bedeutet, wenn ein Baby das Leben verändert. Dabei spielt auch das familiäre Umfeld eine große Rolle. Fabienne etwa steht mit ihrer Entscheidung für das Baby alleine da: „Eigentlich freust du dich, aber alle anderen nehmen dir die Freude weg, das ist ganz schlimm.“

Medo, der Freund der Marburgerin Lisa, ist komplett überfordert mit der Situation, dafür aber will Lisas Mutter der Tochter helfen. Die Großfamilie freut sich auf den Zuwachs. Doch das Leben mit Baby ist anstrengend. Die Beziehung zu Medo zerbricht kurz nach der Geburt.

Mit der Fortsetzung „Achtzehn“ hält Regisseurin Grünberg den Kontakt zu den vier Mädchen. Lisa ist heute 18 Jahre alt, lebt auf Hawaii und hat inzwischen drei Kinder.

Der stellvertretende Schulleiter der Richtsberg-Gesamtschule (RGS), Markus Kauer, kannte damals Lisa. Da auch ihr Freund Schüler der RGS war, sei das schon eine sehr spezielle Situation gewesen, berichtet er. Auch momentan gebe es einige Teenager-Mütter an der Schule. Manchmal bringen diese ihre Kinder mit in den Unterricht. „Das geht natürlich nicht in jeder Stunde“, betont Kauer. Stören würde das den Unterricht nicht. Die Babys seien erstaunlicherweise sehr still. Die Mitschüler seien sehr liebevoll und zeigten großes Interesse, erzählt er. Das sei gut für die Mütter, denn das nehme ihnen die Angst ,ein Außenseiter zu werden.

Zusammen mit dem Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) hat die RGS das „Babyprojekt“ ins Leben gerufen. Dabei können Schüler der achten und neunten Klasse freiwillig mit Puppen erleben, wie es wäre, Vater oder Mutter zu sein. Sie müssen plötzlich nachts aufstehen, weil die Babypuppe weint oder Hunger hat. Es sei ein wertvolles Projekt, weil viele Schüler ein sehr romantisiertes Bild davon hätte, Babys zu haben.

Am kommenden Mittwoch, 29. Mai, finden im Cineplex um 10 Uhr und 11.30 Uhr besondere Schülervorstellungen statt, zu denen die Regisseurin kommen wird. Allein die RGS hat sich mit 150 Schülern angemeldet. Weitere Schulen dürfen sich gerne melden, so Geschäftsführerin Marion Closmann. Um 19 Uhr ist im Capitol eine Podiumsdiskussion statt, ebenfallsmit der Regisseurin Grünberg und einer Beraterin vom SkF, der den Aktionstag veranstaltet.

Der Film läuft im Capitol.

von Mareike Bader

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