Volltextsuche über das Angebot:

22 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
Warum gibt es im Kühlfach kein Licht?

Sebastian Pufpaff im KFZ Warum gibt es im Kühlfach kein Licht?

In seinem Soloprogramm „Warum!“ ging Kabarettist Sebastian Pufpaff im Kulturladen KFZ grundlosen Phänomenen auf den Grund.

Voriger Artikel
Große Werke, ungewöhnliche Besetzung
Nächster Artikel
Zarte Momente in riesigen Klangbauten

Im hautengen Ballettkostüm kam Sebastian Pufpaff am Samstag im Finale auf die Bühne. Sonst trägt der „George Clooney des Kabaretts“ lieber schicke Anzüge. Foto: Benjamin Kaiser

Marburg. Manchmal ist die Antwort auf eine Frage eine weitere Frage. Dann haben wir zwar immer noch nichts rausgefunden aber möglicherweise kann man gewisse Dinge auch nicht erklären. Sind Sie nun verwirrt? Ja? Dann hätten Sie sich die Welt von Sebastian Pufpaff erklären lassen sollen, der am Samstagabend vor 200 Gästen im Marburger KFZ auftrat.

Es ist die Frage nach dem Sinn im Leben, die Pufpaff stellt. Doch anstatt Platon, Kant und Wittgenstein nachzueifern, beschreitet Pufpaff einen völlig anderen Weg: Es ist der Wahnsinn, die Sinnlosigkeit und Verrücktheit vieler Dinge in der Welt, denen Pufpaff zu Leibe rückt.

Dementsprechend scheinen auch die Themen, die Pufpaff aufs Korn nimmt sehr zusammenhanglos. Sinniert wird über penetrante Erklärväter, dubiose Wissenschaftsexperimente oder Klimaanlagen in der Deutschen Bahn. Der gemeinsame Nenner ist jedoch, dass es Phänomene in dieser Welt gibt, die schlichtweg sinnlos sind:„Warum gibt es im Kühlschrank Licht, aber im Kühlfach nicht? Warum!“

Wie Pufpaff zum Humor kam? „Mit dem Nachnamen lebt man ein witziges Leben! Da mache ich lieber die Witze über mich selbst, bevor es die anderen tun. Dadurch habe ich einen Hang zum Humor entwickelt.“, schmunzelt der Mann, der stets in akkuratem Anzug auf der Bühne steht.

Besonders hervorzuheben ist die exzellente Mimik und Gestik Pufpaffs. Verschmitztes Lächeln, hämisches Grinsen oder den Blick verschlagener Durchtriebenheit beherrscht der Prix-Pantheon-Preisträger von 2010 wie wenige Kollegen seiner Zunft.

Als „finale furioso“ hatte der Kabarettist dann noch einen wahren oder eher unwahren Augenschmaus auf Lager: Im hautengen XXXL-Ballettkostüm tanzte der 2-Meter-Mann jenseits von Gut und Böse über die Bühne und durch die Stuhlreihen. „Es geht darum, dass ich nicht der Mann mit Anzug bin, sondern dass in jedem Menschen noch mehr schlummert. Jeder hat einen doppelten Boden. Es geht also um Selbstdemontage. Man kann nämlich tief sinken. Aber ich baue mir gerne noch einen Keller!“, zwinkerte Pufpaff.

von Benjamin Kaiser

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur

Hier finden sie die Kommentare und Meinungen der Redakteure zu lokalen und weltpolitischen Themen sowie Glossen und augenzwinkernde Beträge. mehr