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Von „down under“ hoch hinaus

Sommervarieté in Waggonhalle Von „down under“ hoch hinaus

Auch wenn der meteorologische Herbstanfang bereits hinter uns liegt, präsentiert die Waggonhalle seit Freitag ihr ZAC Sommervarieté. Eine Uraufführung inklusive.

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Vier Stars des Abends: „Madame LeLa & Co.“ (links) aus Neuseeland, der Bauchredner Frank Rossi mit seinem singenden Kaninchen (oben rechts) und der Star-Jongleur Jochen Schell sind in der Waggonhalle zu erleben.

Quelle: Nadja Schwarzwäller

Marburg. Vor zwölf Jahren überraschte „Avantgarde Jongleur“ Jochen Schell auf der Bühne der Waggonhalle bereits mit einer Nummer, die es vorher so noch nicht gegeben hatte. Inzwischen ist er mit seiner Kreiselshow in renommierten Varietés wie dem Frankfurter Tigerpalast oder dem Wintergarten Berlin aufgetreten – um in diesem Jahr in Marburg erneut eine Uraufführung zu zeigen: Geräte, die an ein Hamsterrad erinnern und in denen er Metallkugeln kreisen lässt.

Bei der Vorpremiere am Donnerstagabend klappte bei dieser Darbietung noch nicht alles perfekt, aber Zauberkünstler Juno alias Horst Lohr, der wieder durch das Programm führt, das er zusammengestellt hat, ist dennoch begeistert: „Toll, dass wir hier auch eine Plattform für neue Ideen sein können“, sagt er im Gespräch mit der OP.

Rossi arbeitet aus dem Bauch heraus

Schell präsentiert außerdem einen Ringe-Act, bei dem zu einem Klangteppich aus Musik und auch Worten nicht nur Ringe, sondern damit Bilder in die Luft geworfen werden.

Ebenfalls nicht zum ersten Mal in Marburg: Bauchredner Frank Rossi. Vor zwei Jahren war er zuletzt hier. Wieder mit dabei sind das weiße Kaninchen und der schräge Vogel, die Rossi aus wenigen Requisiten und mit seiner Stimme „aus dem Bauch heraus“ zum Leben erweckt. Definitiv für Fortgeschrittene: sein Kaninchen singen lassen und einhändig Flöte spielen – zeitgleich.

Apropos Singen. In früheren Zeiten waren die Sänger die Stars des Varietés, erzählt Juno. Deshalb ist in diesem Jahr Riccardo Mancini mit dabei. Der tritt ganz „old school“ im feinen Zwirn und mit Frank Sinatra, Dean Martin und Elvis im Gepäck und auf den Stimmbändern auf. Und weil er vermutet, dass ein Teil des Publikums diese Namen gar nicht mehr kennt, gibt es „My way“ auch mal in einer gerappten Version.

Das Highlight des Abends – buchstäblich – ist eine Artistentruppe, die den bislang weitesten Weg aller Artisten der ZAC Varietés hatte: „Madame LeLa & Co.“ kommen aus Neuseeland und bieten Artistik vom Feinsten. Jola und Nele stammen ursprünglich aus Deutschland, wanderten aber mit ihren Eltern im Alter von sechs Jahren nach „down under“ aus.

Zauber-Workshop für die Gäste

„Runter“ und „rauf“ und in alle Lagen und Himmelsrichtungen geht es bei ihnen sowohl am Boden wie auch am Vertikaltuch bis unters Dach der Waggonhalle – und das wunderschön choreografiert und mit atemberaubender Kunstfertigkeit.

Juno schließlich fungiert als Moderator und nutzt seine Auftritte dazu, gleich mal einen Workshop für die Gäste abzuhalten. Wichtigste Regel für jeden Zauberkünstler: Man muss seine Requisiten kennen. Egal, ob man einen Sektkühler zu einem magischen Münzen-Auffang-Topf umfunktioniert oder einen Schirm in einer Seite der Oberhessischen Presse (eine „Trickzeitung“, behauptet Juno) verschwinden lässt.

Die Hälfte der Gäste der Vorpremiere am Donnerstag applaudierte zum Schluss des Programms im Stehen, es gab aber auch weniger begeisterte Stimmen. Bis zum 20. September wird das Sommervarieté noch ein Dutzend Mal stattfinden.

  • Alle Informationen gibt es auf der Internetseite der Waggonhalle unter www.waggonhalle.de.

von Nadja Schwarzwäller

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