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Von der Klage zur Hoffnung

Konzertchor präsentierte Dvoráks „Stabat Mater“ Von der Klage zur Hoffnung

Mehr als 400 Zuhörer erlebten Dvoráks „Stabat Mater“ in der katholischen Kirche Sankt Peter und Paul und genossen ein ergreifendes Passionskonzert zwischen Tragik, Trauer und frommer Hoffnung.

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Die vier Solisten überzeugten bei der Aufführung von „Stabat Mater“ in St. Peter und Paul ebenso wie das Orchester und der Marburger Konzertchor.

Quelle: Florian Gaertner

Marburg. Ausdrucksstark und facettenreich präsentierte der Marburger Konzertchor gemeinsam mit dem Orchester Virtuosi Brunensis ein ergreifendes Stück Chorgeschichte voller Leid, Klage und Trost. Hunderte Zuhörer aller Altersklassen verfolgten die Darbietung von Dvoráks hochemotionaler „Stabat Mater“ unter der Leitung von Professor Siegfried Heinrich in der der Stimmung angemessenen Atmosphäre der Kirche.

Harmonisch wechselte das Gesamtwerk in Chor-, Solo-, Duett- und Quartett-Passagen, kongenial begleitet von den Instrumentalisten. Stimmungsvoll reihten sich Passagen voll ruhiger Tragik, dramatischer Klage und spürbarer Hoffnung aneinander.

Emotional  berührend schwollen Instrumente und Stimmen immer wieder mächtig an und  klangen sanft ab und rissen die Zuhörer mit sich. Passagen voller Trauer, Verzweiflung und Marias Schmerz ob des gequälten Sohnes mündeten immer wieder in hoffnungsvolle Momente. Ein Wechselbad der gefühle im steten Auf und Ab der insgesamt zehn Abschnitte der Komposition.

„Es stand die schmerzensreiche Mutter unter dem Kreuze weinend während ihr Sohn dort hing“, so lautet die erste Zeile der mittelalterlichen Schmerzensmutter-Gedichts, dass der böhmische Komponist Antonín Dvorák nach dem tragischen Tod seiner drei Kinder vertonte. Nicht nur der hörbare Schmerz, auch das gemeinsame Klagen und das Mitgefühl sind dabei Teil des Werkes. Kaum eine Passage gleicht der anderen.

Harmonisch und emotional

An die ersten drei Teile, die vor allem den Schmerz und das Mitleiden für die trauernde Mutter ausdrücken, reihen sich inbrünstige Gebete voller Wehmut und Zuspruch. Mit starken Solisten und einem harmonischem Zusammenspiel zwischen Chor und Orchester ließ das Konzert diese emotionale Tiefe spürbar werden und fesselte das Publikum bis zum Schluss, bei dem im spektakulären Finale Inbrunst aus mehr als 100 Kehlen durch die Kirche hallte, Bauchkribbeln garantiert.

Mit anhaltendem, minutenlangem Applaus honorierte das Publikum einen beeindruckenden Auftritt. „Das war wirklich sehr gelungen und harmonisch“, lobte unter anderem der Konzertbesucher Willi Mumenthaler. „Ein vielschichtiges, emotionales Konzert, dass vor allem erst ab Passage sieben wirklich beseelt und weniger verhalten erschien“, fand Jutta Daum. „Ein tolles Konzert, jedoch auch eine ungewohnte, vielleicht etwas zu romantische Darstellung der Passion“, urteilte Susanna Kolbe.

„Die Komposition ist  keine typisch schwere Trauermusik, sondern leicht und dabei noch mit Hoffnung verbunden“, urteilte Jens Domis. „Gesamtklang und Dynamik waren ausgezeichnet, die Solisten sehr gut“, lobte der Kasseler, der extra nach Marburg anreiste um das selten aufgeführte Werk genießen zu können.

von Ina Tannert

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