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Von der Finsternis zum Licht

Kurhessische Kantorei Von der Finsternis zum Licht

Fast 100 Jahre Musikgeschichte trennen diese Werke: Die Psalmsinfonie von Stravinsky und den Lobgesang von Mendelssohn-Bartholdy. Die Kantorei der Elisabethkirche bringt beide am Sonntag, 28. April, zur Aufführung.

Marburg. Für das Konzert in der Elisabethkirche hat Chorleiter Nils Kuppe ein wahres Kontrastprogramm zusammengestellt: Die sperrig-spannende Psalmsinfonie von Igor Stravinsky erklingt neben dem melodischen Lobgesang von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Das Verbindende zwischen beiden Werken: Sie haben die Psalmen der Bibel zum Thema.

Stravinsky hat die Psalmsinfonie 1930 komponiert, sie ist ein Klassiker der Moderne. Die Psalmen beschreiben die ganze Bandbreite menschlicher Empfindungen: Lob und Dank, Trauer und Angst, Wut und Zorn. Das spiegelt sich auch in Stravinskys kraftvoller Musik wider: Häufige Taktwechsel und klangliche Reibungen prägen das aufwühlende Stück.

Ganz anders dagegen der strahlende und harmonische Lobgesang von Mendelssohn. Das Werk wurde 1840 in der Leipziger Thomaskirche uraufgeführt. Anlass war das Leipziger Gutenbergfest, mit dem der 400. Jahrestag der Erfindung des Buchdrucks gefeiert wurde. Über 500 Musiker und Sänger wirkten an der Aufführung mit, die das zeitgenössische Publikum sehr beeindruckte.

Zentrales Motiv in Mendelssohns Lobgesang ist der Aufstieg aus der Finsternis ins Licht. Zunächst stimmen die Instrumente das Lob Gottes an, dann kommen der Chor und die Einzelstimmen hinzu. Der triumphale Weg von der Dunkelheit ins Licht wurde als Methapher für die Erleuchtung gesehen, die Gutenbergs Bibel der europäischen Kultur gebracht hat.

Die Kantorei der Elisabethkirche arbeitet seit Herbst intensiv an den beiden Werken. „In Marburg ist Stravinskys Psalmsinfonie nach meinen Informationen noch nie aufgeführt worden“, erklärte Chorleiter Nils Kuppe. Bei der Aufführung in der Elisabethkirche am 28. April werden rund 90 Sängerinnen und Sänger der Kantorei sowie die Kurrende des Marburger Kinderchores mitwirken. Die jungen Nachwuchskünstler sind zwischen 12 und 14 Jahre alt. Die Begleitung übernimmt das Elisabethorchester Marburg mit Gudula Schreiber und Rainer Schelski am Klavier. Solisten sind Henrike Nonnenmann und Michael Connaire, die Leitung hat Nils Kuppe.

Das Konzert beginnt um 18 Uhr. Karten gibt es in der Marburger Elisabethkirche.

von Bettina Preussner

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