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Von alternden Diven und Musikern

Dustins Hoffman "Quartett" Von alternden Diven und Musikern

Vier alternde Musikstars treffen in einem Seniorenheim aufeinander - und planen in Dustin Hoffmans Regiedebüt einen erneuten, gemeinsamen Auftritt.

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Jean (Maggie Smith) ist auch im hohen Alter noch ganz die Diva. Die naive Cissy (Pauline Collins) begrüßt sie in der Seniorenresidenz Beecham House.Foto: DCM Destribution

Marburg. Die Filmindustrie entdeckt den demografischen Wandel: Nach „Best Exotic Marigold Hotel“ und „Und wenn wir alle zusammenziehen“ kommt mit „Quartett“ ein weiterer Film über eine Art Alters-WG in die Kinos. Der 75-jährige Hollywoodstar Dustin Hoffman wählte diesen Stoff für sein Regiedebüt und beschreibt unaufgeregt, sehr charmant und stets mit einem Augenzwinkern das Älterwerden. Fast spielerisch widmet er sich selbst ernsten Themen wie Demenz und Vereinsamung.

Man fühlt sich zunächst ein bisschen wie bei „Hanni & Nanni“. Die Filmhelden von „Quartett“ sind zwar keinem Geheimnis auf der Spur und jagen auch keine Verbrecher. Doch auch in dieser Komödie geht es um Freundschaft, Rivalität und die Rettung der eigenen Bleibe. Und die ist eben nicht ein idyllisch gelegenes Internat, sondern ein ebensolches Altenheim.

Beecham House ist eine Seniorenresidenz für betagte Opernsänger und Musiker. Schaut man sich das herrschaftliche Haus inmitten eines Parks in englischer Landschaft, die Kleidung der Bewohner sowie Service und Betreuung an, liegt die Vermutung nahe, dass sie allesamt in ihrer aktiven Zeit durchaus erfolgreich waren. Die vier Hauptfiguren waren es allemal: Vor 30 Jahren spielten sie gemeinsam Verdis „Rigoletto“ ein und gingen insbesondere mit einem Quartett in die Musikgeschichte ein.

Nun treffen sie im Beecham House wieder aufeinander. Bei der alljährlichen Verdi-Gala wollen sie ihr Können unter Beweis stellen und zugleich Geld für die Rettung der Residenz sammeln. Besonders engagiert sind der ruhige Reggie (Tom Courtenay), der charmante, aber auch ein wenig liebestolle Wilf (Billy Connolly) und die naive bis verwirrte Cissy (Pauline Collins) dabei, die durchaus schon Erfahrung mit der Gala haben.

Da kündigt sich ein Neuzugang an: Die berühmte Sopranistin Jean Horton (Maggie Smith), die einst mit den anderen zusammen die Oper eingespielt hatte. Immer noch ganz die Diva separiert sie sich von den anderen und will auf keinen Fall bei der Gala mitsingen, wohl aus Angst zu versagen. Vor allem aber war sie mal kurz mit Reggie verheiratet, der bis heute nicht über die Trennung hinweg ist.

Kurzum, „Quartett“ handelt nicht nur vom Älterwerden, sondern von Verletzungen, Enttäuschungen und Freundschaften, die Angst vor dem Versagen und um die Kraft der Musik und des Musizierens, nicht nur der klassischen Musik. Denn es geht auch um Giuseppe Verdi, der noch zu Lebzeiten in Mailand ein Altenheim für Musiker gründete und dessen Musik diesem Film Leichtigkeit und Dramatik zugleich verleiht.

Der Film läuft im Capitol.

von Britta Schmeis

Zuschauermeinungen:

„Passt in die heutige Zeit, wo Altenheime und ‚Leben im Alter‘ eine Neuorientierung erfahren. Toll die Lebendigkeit und Musikalität bis ins hohe Alter. Super gespielt.“

Cornelia Schindler (52) aus Lahntal

„Ein netter Film mit wunderbarer Musik und sehr ästhetischen Aufnahmen übers Älterwerden und die Marotten im exklusiven Seniorenheim.“

Sabine Blaha aus Marburg

„Sehr tiefgründig.“

Günther Kraußmann (66) aus Wehrda

„Voller Liebe zur Musik, vor allem aber zu den Menschen. Ein wunderbarer Film.“

Kathrin Bonacker (46) aus Marburg

„Tolle Bilder, tolle Musik, einfühlsam spielende, gute Schauspieler.“

Beate Wagner aus Marburg

„Anrührender Film über das Leben“

Bodo Nowicki aus Marburg

„Ein wunderschöner Film über die Probleme des Alterns, der einem ständig ein Lächeln auf die Lippen zaubert“

Beatrix Leder aus Marburg

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