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Von Wollmützen und Totengräbern

Marburger Kabarettherbst Von Wollmützen und Totengräbern

Der 14. Marburger Kabarettherbst ist der erste ohne Stadthalle. Kein Problem für die Programmplaner. Sie präsentieren neben Altstars jede Menge Newcomer.

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Quelle: Picasa

Marburg. Seit 14 Jahren präsentiert der Kulturladen KFZ den Marburger Kabarettherbst: 55713 Besucher haben seit 1999 262 Kabarettshows gesehen, sagt KFZ-Geschäftsführerin Sabine Welter.

In diesem Jahr kommen zwischen dem 6. September und dem 4. Dezember 17 Shows hinzu. Neben arrivierten und bundesweit bekannten Künstlern wie Arnulf Rating (25. Oktober), Altmeister Hans Scheibner (27. September), die „Badesalz“-Hälfte Gerd Knebel (13. September), Niederbayerns Satire-Botschafter Django Asül (1. November), der Politkabarettistin Simone Solga (27. November) oder Stammgast Nessie Tausendschön (2. Oktober) hat das KFZ eine ganze Reihe von Nachwuchskabarettisten und Shootingsstars der Szene eingeladen. Gleich neun Künstler oder Duos sind zum ersten mal beim Kabarettherbst zu erleben: Lisa Fitz etwa bespielt am 15. November im Rahmen von „campus marburg“ das Audimax. Alle anderen Veranstaltungen finden im KFZ statt.

Martina Brandl, die im vergangenen Jahr wegen einer Krankheit absagen musste, holt dort ihr Marburg-Debüt zum Auftakt am 6. September nach: „Jedes zehnte Getränk gratis“, nennt sie ihren Selbstversuch, bei dem getanzt, gelästert und gesungen wird.

Knapp zwei Wochen später schaut der Tod am 18. September höchstpersönlich im KFZ vorbei: „Death comedy“ nennt er sein Sense-to-go-Programm.

Zutiefst erschrocken zeigt sich Nico Semsrott mit seiner Kabarett-Stand-Up-Tragedy am 11. Oktober: „Freude ist nur ein Mangel an Information“. Sein Rezept: Mit ganz viel schlechter Laune Begeisterungsstürme hervorrufen.

Anarchisch-politische Satire zeigen „Team & Struppi“ am 18. Oktober. Ganz frisch mit dem Deutschen Kabarettpreis ausgezeichnet kommt das schräge Duo mit „Die Machtergreifung“ ebenfalls erstmals nach Marburg.

Ein Marburg-Debütant ist auch Sebastian Pufpaff, angeblich der „George Clooney des Kabaretts“. Unter dem Titel „Warum!“ erklärt er am 8. November den Sinn des Lebens.

Ziemlich schrill und schräg wird es am 23. November, wenn „Ulan & Bator“ mit ihren wunderschönen Strickmützen in die „Wirrklichkeit“ herabsteigen. „Lustigen Irrsinn mit Tiefgang“ sah die Süddeutsche Zeitung.

Ebenfalls zum ersten Mal in Marburg ist zum Abschluss am 4. Dezember der Wiener Alfred Dorfer, auf den sich ganz besonders die Österreicherin Gerti Diermayer freut, die seit Jahren den Kabarettherbst mit organisiert. Dorfer sei ein Urgestein der österreichischen Kabarettszene. Für alle, die Verständnissorgen haben: Dorfer spricht wienerisch für Piefkes.

Rund 30000 Euro beträgt der Etat des Kabarettherbsts.Ohne Sponsoren wäre dies nicht zu schaffen. Von Beginn an Hauptsposor ist die Sparkasse Marburg-Biedenkopf. Vorstandsmitglied Rolf Zährl betonte gestern bei der Vorstellung des Programms: „Wir werden den Kabarettherbst auch künftig unterstützen.“ Die Sparkasse fühle sich der Region verpflichtet und unterstütze viele Dinge. Er hob die gute und professionelle Partnerschaft mit dem KFZ hervor.

Durch das Sponsoring sei es beispielsweise möglich, für jede Show ein größeres Kontingent mit ermäßigten Karten bereitzustellen, sagte KFZ-Geschäftsführerin Welter.

Neben den Abendvorstellungen zeigt das KFZ Figurentheater in der Reihe „Komisches für Kids“: „Die kleine Hexe“ am 8. September, „Der kleine Rabe Socke“ am 29. September“ und „Das kleine Gespenst“ am 27. Oktober

Karten für den Kabarettherbst gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen sowie im Internet unter www.kfz-marburg.de.

von Uwe Badouin

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