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Von Stürmen und Schiffskatastrophen

Sinfonisches Blasorchester des VfL Marburg Von Stürmen und Schiffskatastrophen

Mit viel Beifall bedachte das Publikum die Darbietungen des Sinfonischen Blasorchesters des VfL Marburg beim Konzert 
im Landgrafenschloss.

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Das Sinfonische Blasorchester des VfL Marburg präsentierte im Fürstensaal unter dem Motto 
„Wasser“ ein Programm zum nassen Element in der Musik.

Quelle: Manfred Schubert

Marburg. Unter dem Motto „Wasser“ hatten die Musiker mit Dirigent Ulrich Moormann ein sehr abwechslungsreiches Programm mit Kompositionen rund ums nasse Element zusammengestellt: Vom langsamen Blues über beschwingten Walzer bis zu dramatischen Werken voller Dynamik reichte die Bandbreite der Werke, die das Sinfonische Blasorchester des VfL Marburg im Fürstensaal präsentierte.

Die 43 Musikerinnen und Musiker boten den 170 Zuhörern, die ihre Begeisterung bei einigen Stücken mit kräftigem Applaus und Bravo-Rufen kundtaten, ein zweieinhalbstündiges abwechslungsreiches und sehr unterhaltsam anregendes Programm, bei dem das „Kopfkino“ gut beschäftigt wurde.

Dank der Informationen, die Sprecherin Janina Rozmyslowski zu den Stücken lieferte, konnte man sich jeweils seine eigenen Vorstellungen zu den Klängen machen oder sich überlegen, was der Komponist da jeweils vor Augen gehabt haben mochte. Oder man erinnerte sich an die Bilder der Filme, deren Melodien zu hören waren.

Manchmal war aber auch klar, was da musikalisch beschrieben wurde. Johan de Meij hat bei seiner Suite „Aquarium“ jedem der drei Sätze die mal anmutig, mal quirlig dargestellten Wasserbewohner zugeordnet – von den rhythmischen Bewegungen der Guppys bis zur Entladung des Zitteraals.

Kraftvoll und mitreißend war das Anfangsstück, die Atlantic Overture von Thierry Deleruyelle, die die Atlantik-Überquerung eines Dampfers beschreibt und die mächtigen Wogen des Ozeans spürbar macht.
Dramatisch wurde es bei den Auszügen aus Klaus Doldingers Musik zum deutschen U-Boot-Film „Das Boot“ sowie „The perfect Storm“ Musik von James Horner zu dem Film „Der Sturm“ um ein Fischerboot, das in einen Supersturm gerät.

Klarinetten-Quartett spielt James Horners „Titanic“-Musik

Ruhige Momente bot beispielsweise der von einem Saxophon-Ensemble gespielte „Wetterbericht – Abendausgabe“ mit dem langsamen „Nebel-Blues“ und dem zweiten Teil „Anhaltendes Schönwetter“, der von heiteren Tönen dominiert wurde. Und auch „Ammerland“ von Jacob de Haan beschrieb eine harmonische Idylle.

Der erste Konzertteil endete mit drei Teilen aus der berühmten barocken Wassermusik Georg Friedrich Händels, darunter das bekannte feierliche Allegro Maestoso. In leicht wiegendem Takt ging es nach der Pause mit „Barcarole“ aus Jacques Offenbachs „Hoffmans Erzählungen“ und noch beschwingter mit dem Konzertwalzer „Vom Donauufer“ von Julius Fucik weiter. Dabei wiegte sich so mancher Besucher auf seinem Stuhl mit, begeisterter Applaus, Bravo- und Super-Rufe folgten.

Ein Klarinetten-Quartett ließ die „Titanic“ gepflegt mit den Klängen James Horners untergehen, bevor sich das Orchester allmählich dem Finale näherte. Die „Fantasy on American Sailing Songs“ von Clare Grundmann vereinte Lieder wie „What shall we do with the drunken sailor“, Jacob de Haans „Caribbean Variation on a tune“ nahm die begeisterten Zuhörer auf eine Reise in die Karibik samt feuriger tänzerischer Einlage mit, und in dieser Meeresregion blieb man dann auch. Nachdem Dirigent Ulrich Moormann für das letzte Stück „Pirates of the Caribbean“ mit Höhepunkten aus der Musik zum gleichnamigen Film, mit einer Piratenmütze ausgestattet worden war, wurde es nochmals dramatisch.

Ohne Zugabe wollte das Publikum die Musiker nicht entlassen. Traditionell gab es einen Marsch, diesmal „The bridge on the river Kwai“. Wer wollte, durfte mitpfeifen. Kurz entschlossen ließ Moormann aber noch eine zweite Zugabe spielen. Anscheinend wollte er die Zuhörer leichtfüßig nach Hause tänzeln lassen, und so erklang nochmals der Tanz aus der „Caribbean Variation“.

von Manfred Schubert

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