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Von Shakespeare bis Brecht

Hessisches Landestheater: neues Programm Von Shakespeare bis Brecht

114 Seiten dick ist das 
Programmheft für die Theaterspielzeit 2016/17. Kein Wunder: Intendant Matthias Faltz und sein Team planen 18 Premieren. Darunter sind 6 Uraufführungen.

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Stadträtin Dr. Kerstin Weinbach (von links), Intendant Matthias Faltz, Chefdramaturg Franz Burkhard sowie Annette Müller und Oda Zuschneid vom Jungen Theater stellten das Programm für die kommende Spielzeit vor.

Quelle: Uwe Badouin

Marburg. Es gilt, Abschied zu nehmen. Abschied von der Übergangsspielstätte in der Galeria Classica. Dort, mitten im Bühnenbild des Publikumshits „Soul Kitchen“, fand am Donnerstag die Spielzeit-Pressekonferenz statt.

„Soul Kitchen“ wird nicht mit umziehen in das Erwin-Pis­cator-Haus – das Stück ist komplett zugeschnitten auf die 
Galeria Classica. Dafür holt Faltz zwei alte Publikumserfolge aus der Versenkung: die „Blues Brothers“, die ab Juni die Stadthalle rocken sollen, und „Cinderella“, das ab Mitte September auf der großen Bühne zu sehen sein wird ( die OP berichtete).

Neben einer Fülle von Übernahmen, die das enorm große Repertoire des kleinsten hessischen Subventionstheaters 
verdeutlichen, stehen in der kommenden Spielzeit unter dem Motto „Aus der Zeit fallen“ 18 Premieren auf dem Programm – 14 im Abendspielplan und 4 im Jungen Theater.

Rasantes Weihnachtsspektakel für Familien

Neben großen Klassikern wie Bertolt Brechts „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“, Molières „Der eingebildete Kranke“ und Shakespeares „Romeo und Julia“ bereitet das Hessische Landestheater zum Teil in Kooperationen mit anderen Bühnen gleich sechs Uraufführungen vor.

Eine ungewöhnlich große Zahl. Spannend dürfte in der Universitätsstadt „Made 
in Germania“ werden – eine Auseinandersetzung mit deutschen Burschenschaften, für die der Dramaturg Simon Meienreis seit Monaten recherchiert.

Kinder und Familien dürfen sich auf ein rasantes Weihnachtsspektakel auf der großen, neuen Bühne des Erwin-Piscator-Hauses freuen: „Ali Baba und die 40 Räuber“ sollen (und werden) für volle Häuser sorgen.

Zudem gibt es in der kommenden Spielzeit viele junge Stücke zu entdecken – „Furcht und Ekel. Das Privatleben glücklicher Leute“ von Dirk Laucke etwa, eine Auseinandersetzung mit Rassismus und rechtem Gedankengut. Oder „Atmen“ von Duncan Macmillan über eine 
zentrale Frage, die sich viele 
junge Paare stellen: Sollen wir Kinder kriegen in dieser zerstörten Welt? Und wenn ja, wann? Vor oder nach der Promotion?

Spies: Am Theater wird nicht gespart

Vor der Programm-Vorstellung gab es viel Lob für Faltz und sein Team von den Gesellschaftern des Hessischen Landestheaters, dem Land Hessen und der Stadt Marburg. Albert Zetsche, Theaterreferent des Landes Hessen und Mitglied des Aufsichtsrates, lobte die „wunderbare, sehr konstruktive Zusammenarbeit“ mit dem Theater und der Stadt Marburg. Die enge Vernetzung des kleinen Marburger Theaters mit anderen Häusern, darunter „ersten Adressen“, sei ein „absolutes Qualitätsmerkmal“.

Marburgs Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies ist bekennender Theaterfan, hat im Moment nur wenig Zeit. Er sei im Moment oft bis spät in die Nacht „mit dem Suchen von Geld beschäftigt“, sagte er mit Blick auf den städtischen Haushalt, in dem sich Millionendefizite auftun.

Doch das Landestheater kann aufatmen: Von eventuellen Einsparungen werde das Theater nicht betroffen sein, so Spies. Die Stadt Marburg sei durch den Theater-Vertrag mit dem Land Hessen gebunden. Zudem so Spies, „sollte Politik wissen, dass Theater sein muss. Und wir haben ein wunderbares Theater.“

von Uwe Badouin

 
Premieren

Schauspiel:

  • 10. September: „Furcht und Ekel. Das Privatleben glücklicher Leute“ von Dirk Laucke, Black Box im Theater am Schwanhof
  • 1. Oktober: „Die Empfindsamkeit der Giganten“ (UA), Figurentheater Wilde & Vogel Koproduktion von Westflügel Leipzig, FITZ! Zentrum für Figurentheater Stuttgart und dem Hessischen Landestheater Marburg, Black Box
  • 20. Oktober: „Made in Germania“ (UA), Kooperation des Staatstheaters Darmstadt, des Theaterhauses Jena, des Instituts für Angewandte Theaterwissenschaft (Gießen), der Hessischen Theaterakademie und des Hessischen Landestheaters Marburg, Black Box
  • 29. Oktober: „Der eingebildete Kranke“ von Molière, Bühne
  • 5. November: „Atmen“ von Duncan Macmillan, Black Box
  • 18. November: „see you on the other side“ (UA) nach Motiven von Adolfo Bioy Casares und Arnold Schönberg, Koproduktion der KunstFestSpiele Herrenhausen und des Hessischen Landestheaters Marburg, Black Box
  • 9. Dezember: „Schluckspecht“ (UA) nach dem Roman von Peter Wawerzinek, Black Box
  • 14. Januar 2017: „Bartleby der Schreiber“ (UA) nach dem 
Roman von Herman Melville, Bühne
  • 27. Januar 2017: „Katarakt“ von Rainald Goetz, Black Box
  • 25. Februar: „Romeo und Julia“ von William Shakespeare, Erwin-Piscator-Haus
  • 8. April: „Yvonne, die Burgunderprinzessin“ von Witold Gombrowicz, Bühne
  • 22. April: „Chronik eines angekündigten Todes“ nach dem Roman von Gabriel Garcia Márquez, Theater in der Finsternis, Historischer Schwanhof
  • 2. Juni: „Luther“ (UA) von Marc Becker, Open-Air-Spektakel, Marktplatz

Junges Theater:

  • 11. September 2016: „Däumelinchen“ ( 3+) nach dem Märchen von Hans Christian Andersen, Mobile Kindergartenproduktion
  • 26. November: „Ali Baba und die 40 Räuber“ (5+) nach der Erzählung aus „Tausendundeine Nacht“, Weihnachtsstück, Erwin-Piscator-Haus
  • 4. März 2017: „Kasimir und Karoline“ (14+) von Ödön von Horváth, Black Box
  • 14. Mai: „Die Reise zum Mittelpunkt des Waldes“ (8+) von Finn-Ole Heinrich, Black Box

Wilde Schwäne:

In der Reihe sind Kleists „Die Marquise von O…“ (24. September) sowie die Musikproduktionen „David Bowie – The Return of Ziggy Stardust“ (8. Oktober) und „Amy – Love is a Losing Game“ (1. Dezember) zu sehen.

 
 
 
 
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