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Von Marburg nach Hollywood

Theater Von Marburg nach Hollywood

Es nach Amerika zum Sundance-Festival schaffen? Hätten wir. Eine Rolle in einem Hollywood-Film? Ebenfalls abgehakt. „Et läuft“, sagt man in Köln, wo Schauspieler Markus Klauk seit 2010 lebt

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Mit Daniel Sempf (links) arbeitete Markus Klauk bei der Hörtheatrale zusammen, wie hier in „Dracula“. Aus Zeitgründen kann er nun nicht mehr dabei sein. Foto: Tobias Hirsch

Marburg. Er war König Richard am Hessischen Landestheater Marburg. Ebenso wie Sherlock Holmes auf der Bühne der Hörtheatrale. Zwei Jahre lang hatte er ein festes Engagement unter Intendant Ekkehard Dennewitz, danach gab er auch weiterhin noch Gastspiele in Marburg. Inzwischen lebt Schauspieler Markus Klauk in Köln und gehört als Sprecher zum festen Ensemble des Westdeutschen Rundfunks (WDR).

Im Mai war an der Seite von Mario Adorf und Hannelore Elsner in „Der letzte Mentsch“ im Kino zu sehen - und gerade wurde bekannt, dass das Drama von Pierre-Henry Salfati es in die Auswahl der 15 Filme geschafft hat, aus der der deutsche Beitrag für den nicht-englischsprachigen Oscar hervorgeht.

Hollywood-Luft hat Klauk aber sogar bereits vor einigen Wochen geschnuppert. Wenn auch in Köln. Die deutsche Stadt ist Drehort für den US-Action-Thriller mit dem deutschen Titel „Autobahn“. Mit dabei: Sir Ben Kingsley und Sir Anthony Hopkins.

2010 bekam Klauk eine Rolle im Film „Playtime“, einer Ko-Produktion der Internationalen Filmschule in Köln und der berühmten University of California in Los Angeles. Der Film schaffte es im Jahr darauf in den Wettbewerb des renommierten „Sundance“-Festivals. Vier Jahre später nun die nächste Zusammenarbeit mit Amerika.

Theater zugunsten des Films aufgegeben

Während seiner vier Drehtage am Set habe er Anthony Hopkins leider nicht getroffen, weil der in einer anderen „Unit“ (zu deutsch: Einheit) drehte, erklärt Klauk. Kingsley hingegen konnte er bei der Arbeit am Set beobachten und was der macht, das sei absolut fantastisch, erzählt der Schauspieler.

Auch wenn seine Rolle „nur“ eine so genannte stumme Rolle ist und seine Hauptaufgabe als deutscher Bösewicht die war, finster dreinzuschauen, freut er sich riesig über die Chance, Teil einer großen internationalen Produktion mit derart prominenter Besetzung zu sein. Zuvor hatte er bei „Der letzte Mentsch“ bereits mit zwei deutschen Superstars zusammenarbeiten dürfen: Mario Adorf und Hannelore Elsner.

Von Adorf schwärmt er nicht nur als großem Schauspieler, sondern auch als ganz tollem Menschen und Kollegen.

Momentan klingele einmal pro Woche das Telefon, und wenn sich auch nur die Hälfte der Projekte verwirklichen ließe, die derzeit in der Schwebe seien, dann wäre das „absolut super“, sagt Markus Klauk. Bereits abgedreht hat er eine Folge von „Soko Köln“, in der man ihn dann demnächst im Fernsehen erleben kann.

Ganz aktuell steht er für den Kinofilm „Die Kleinen und die Bösen“ vor der Kamera und er habe eine Anfrage für eine internationale Produktion in Österreich.

Ein Theaterengagement hat der 40-Jährige zugunsten seiner Drehs abgesagt, und auch für die Marburger Hörtheatrale wird er künftig nicht mehr auf der Bühne stehen.

Er weiß aber, dass er noch einige Fans in Marburg hat, und die können ihn vielleicht irgendwann noch einmal bei einer Lesung oder einem anderen Auftritt vor Ort erleben - es gibt noch Kontakte, sagt Klauk. Neben der Arbeit hat sich der Schauspieler aber in diesem Jahr noch einen anderen Traum erfüllt: Eine viermonatige Reise durch Asien.

119 Tage, 42 Stationen in sieben Ländern, mit 15 Flügen, 1800 Motorradkilometern, 14 Großstadt- und neun Inselaufenthalten, unzähligen TukTuk-, Mototaxi- und Taxifahrten, festgehalten auf 1367 Fotos. Eigentlich waren nur drei Monate geplant, aber dadurch, dass er zwischendurch krank geworden ist, hat er verlängert, erzählt Markus Klauk. Das Fazit: „Fantastisch“. Mit unfassbar vielen Eindrücken sei er zurück nach Deutschland gekommen.

Sein persönliches Highlight sei Vietnam gewesen - „Ostblock auf asiatisch“. Besonders bewegt haben ihn die Besuche im „S 21“-Gefängnis in Phnom Penh, im Kriegsopfermuseum in Ho-Chi-Minh-Stadt und im Tsunami-Museum Banda Aceh. Und im nächsten Jahr will er die nächste Asienreise machen - nach Bali zum Surfen. Noch in diesem Jahr geht es aber erst einmal für vier Wochen nach Kuba. Und dafür lernt Markus Klauk schon fleißig Spanisch.

Von Nadja Schwarzwäller

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