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Von Frauen, Männern und Hunden

Kabarettist Jürgen B. Hausmann Von Frauen, Männern und Hunden

Er sieht harmlos aus, aber der Schalk sitzt ihm im Nacken: Jürgen B. Hausmann begeisterte mit seinen Alltagsspäßen und sorgte für allerbeste Stimmung im Erwin-Piscator-Haus.

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Er hat den Schalk im Nacken: Der Rheinländer Jürgen B. Hausmann begeisterte die Marburger mit seinem Kabarett über den Alltag.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Der Mann ist ein Phänomen: In Schlips und Kragen steht er etwas hüftsteif auf der Bühne, verzieht keine Miene, bewegt sich kaum vom Fleck – und haut ganz trocken einen Gag nach dem anderen heraus. Ein wahres Feuerwerk an Pointen hat Jürgen B. Hausmann auf Lager, die Witze kommen Schlag auf Schlag. Sein Humor ist nicht sehr filigran und auch nicht sehr tiefsinnig, aber eines muss man dem fröhlichen Kabarettisten aus dem Rheinland lassen: Er schaut ganz genau hin.

Der ganz normale Alltag ist sein Thema und er hat einen Blick für die zahlreichen Fallstricke des täglichen Lebens. Los ging es mit etlichen Witzen über Hunde und ihre Besitzer. „Der Hund von nebenan geht jetzt in die Hundeschule. In die dritte Klasse“, erklärte Hausmann ganz nüchtern. „Das mit dem Stöckchen holen klappt schon ganz gut. Jetzt muss es nur noch der Hund lernen.“ Auch die Verbreitung alltäglicher Redewendungen nahm der Kabarettist, der seine Wurzeln im Karneval hat, genüsslich aufs Korn.

Hausmann spricht Publikum aus der Seele

Die Floskel „Ich hau mich aufs Ohr“ sei ja gar nicht so gemeint. Wenn es aber doch einer ernst nimmt „dann hau isch dem auf de Fress!“, meinte der Kabarettist sehr direkt. Immer wieder verfiel er in den gemütlichen rheinischen Dialekt und erklärte den Marburgern zwischendurch geduldig und sehr witzig die Feinheiten dieser schönen Sprache.

Die Highlights des am Mittwochabends rankten sich aber um das unerschöpfliche Thema Männer und Frauen. Hier nannte der Kabarettist die Probleme äußerst treffend beim Namen und schien vielen im Publikum aus der Seele zu sprechen. Immer wieder gab es Szenenapplaus, und wissende Blick gingen hin und her. Beim Kleiderkaufen würden die Männer immer auf einem „Büßerbänkchen geparkt“, ­erzählte Hausmann weiter. 
„H & M steht oben drüber: Hunde und Männer.“

Zum Schluss ein bisschen Karneval

Überhaupt hätten Männer ja ein ganz anderes Verhältnis zu Kleidern als Frauen. „Wir Männer hängen an unseren Hosen und Strickjacken. Wir gehen eine emotionale Bindung mit ihnen ein, eine Bindung fürs Leben.“ Weiter ging es um die weiblichen Geheimnisse des Schminkens und um die Zugluft in quasi luftleeren Räumen, die ausschließlich die Frauen spürten. Selbst auf dem Mond würde das schwache Geschlecht sich über einen kühlen Luftzug beschweren, behauptete der Künstler.

Die Zuschauer bogen sich vor Lachen und applaudierten viel und ausdauernd. Dabei schreckte der Kabarettist auch vor Kalauern nicht zurück. „Neulich habe ich meinen Hund mit zur Kastration genommen. – Aber bei einer so schweren Operation nimmt man doch seinen Hund nicht mit!“
Schließlich war Hausmann sich nicht zu schade, ganz im Sinne des Karnevals wie ein Funkenmariechen auf der Bühne herum zu hüpfen und die Beine in die Luft zu schwingen. Begleitet wurde er dabei von dem verlässlichen Sänger und Musiker Harald Claßen. Die Zuschauer ließen sich gerne von der allgemeinen Fröhlichkeit mitreißen und klatschten begeistert im Takt.

von Bettina Preussner

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