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Vom Leben und Sterben einer Agentin

OP-Buchtipp: Paulo Coelho: „Die Spionin“ Vom Leben und Sterben einer Agentin

Wenn Romane 
mit dem Ende beginnen, ist das oft ein Wagnis. Doch als Paulo Coelho sich an die Geschichte der Niederländerin Margaretha Geertruida Zelle machte, hatte er kaum eine andere Wahl.

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Quelle: Diogenes Verlag

Noch heute ist sie unter ihrem Künstlernamen Mata Hari weltbekannt. Und weithin bekannt ist natürlich auch, dass der angehimmelte Erotikstar in Frankreich wegen Spionage hingerichtet wurde.

„Muss ich das tragen?“, lässt Coelho Mata Hari fragen, als man ihr vor der Hinrichtung die Augen verbinden will. Sorgfältig frisiert, in Seidenstrümpfen, mit Hut, Lederhandschuhen und Pelzmantel steht sie am 15. Oktober 1917 vor dem Erschießungskommando. Was für eine Frau, was für eine starke Persönlichkeit!

Die Entscheidung des Bestsellerautors („Der Alchimist“), seinen Roman „Die Spionin“ mit dem Tod der Heldin beginnen zu lassen, war zweifellos richtig. Denn wenn jemand so stirbt, wollen Leser unweigerlich mehr darüber wissen, wie er gelebt hat.

Das erzählt der Brasilianer, dessen Bücher sich in mehr als 80 Sprachen weit über 200 Millionen Mal verkauften, einmal mehr mit großer Meisterschaft. Und zwar aus der Ich-Perspektive: Coelho ist das Kunststück gelungen, sich in den Körper, 
vor allem aber in den Kopf 
Mata Haris hineinzuversetzen.

Anhand eines fiktiven letzten Briefes aus dem Gefängnis blättert er das außergewöhnliche Leben der Frau mit dem selbstgewählten javanischen Namen vor uns auf, der „Auge des Tages“ oder auch „Aufgang der Sonne“ bedeutet.

  • Paulo Coelho: „Die Spionin“, Diogenes Verlag, 192 Seiten, 19,90 Euro.

von Thomas Burmeister

 
 
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