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Voller Klang lädt zum Träumen ein

Kammerorchester Marburg Voller Klang lädt zum Träumen ein

Ein reizvolles Programm hatte das Marburger Kammerorchester für ihr Konzert am Sonntagabend versprochen. Und nach der Pause konnten die Musiker die großartige Akustik der Pfarrkirche voll ausnutzen.

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Das Kammerorchester Marburg konzertierte am Wochenende in der Pfarrkirche. Das Archivfoto zeigt das Laienorchester bei einem Konzert im Frühjahr.Foto: Florian Gaertner

Quelle: Florian Gaertner

Marburg. Mit Christian Zierenberg am Cembalo und Kaori Miyashita an der Flöte hatte sich das Marburger Kammerorchester (MKO) für das Konzert zwei hervorragende Solisten ausgesucht. Christian Zierenberg begeisterte mit seinem schnellen Spiel. In den Solo-Passagen des Cembalokonzertes in d-Moll von Johann Sebastian Bach zeigte der Bezirkskantor von Rotenburg an der Fulda sein Können. Ruhig und ausgeglichen meisterte er unermüdlich die flinken Läufe.

Doch das konzertante Nebeneinander von Orchester und Cembalo entpuppte sich bisweilen als ein schwieriger Balanceakt. Setzte das Orchester etwa zu einer wunderbar ausgeführten Steigerung an, ging das zu Lasten des Cembalos, dessen Lautstärke sich nicht durch den Anschlag beeinflussen lässt. So mussten sich die Musiker des MKO zu Beginn des Cembalokonzertes stark zurücknehmen, damit der Klang des Instruments gut genug zu hören war. Besser gelang das Gleichgewicht im langsamen zweiten Satz, der durch den schönen Kontrast der unisono geführten Streicher und dem hellen Klang des Cembalos bestach.

Nach einer kurzen Umbaupause konnten die Streicher unter der Leitung von Alexander Meyer dann richtig zulegen. Mit einem tollen Klang erfüllten sie bei Bachs Orchestersuite die Lutherische Pfarrkirche und konnten nun die fantastische Akustik der Kirche voll ausnutzen. Der Wechsel zwischen den zauberhaften Soli und der Ergänzung der ersten Violinstimme gelang Kaori Miyashita hervorragend. Fast nahtlos fügte sie sich in das Orchesterspiel ein, begeisterte als erweiterte Klangfarbe. Grandios nahm sie im letzten Satz, der berühmten „Badinerie“ ein enormes Tempo auf und erntete dafür einen langen Applaus vom Publikum.

Nach Bach und Händel, den Großmeistern des Barock, folgte am Ende des Konzertes eine Suite von Ottorino Respighi, der als führender Vertreter der neueren italienischen Instrumentalmusik gilt. Seine dritte Suite der „Antiche Danze ed Arie per Luito“ basiert auf Werken aus dem Barock.

Doch der satte Orchesterklang erinnerte schnell daran, dass Respighi einst Schüler von Nikolai Rimski-Korsakow war, dessen farbige Orchesterbehandlung bei ihm nachhaltig Eindruck hinterließ.

Die Musiker transportierten die vielen verschiedenen Stimmungen der Suite fabelhaft. Lieblich, fast romantisch begann der erste Satz, dazu kamen schwermütige, dunkle Passagen, aufgelockert durch lebhafte, kräftige Bewegungen mit einem kleinen Augenzwinkern. Es war ein vielseitiges Werk mit einigen traumhaft schönen Stellen, das mit einem energischen Tanz endete.

Das Publikum bedankte sich mit einem kräftigen und langen Applaus und wurde mit dem „Lyrischen Andante“ von Max Reger als Zugabe belohnt.

von Mareike Bader

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